Orbán schwört Anhänger auf seine Rückkehr ein
Ungarns Ex-Premier Viktor Orbán hat vor Anhängern im rumänischen Kurort Băile Tuşnad zum "Widerstand" gegen die Regierung seines Nachfolgers Péter Magyar aufgerufen. Gut 7.000 Menschen verfolgten seine Grundsatzrede beim alljährlichen Sommercamp in Siebenbürgen, bei der er seinen Anhängern bekräftigte, dass er auf die politische Bühne zurückkehren werde. Es war Orbáns erster Großauftritt nach der Wahlniederlage vom April.
Schon im neuen Wahlkampf
Das ist Orbáns Versuch, seine Rückkehr vorzubereiten, meint der Analyst Alexandru Grumaz bei Adevărul:
„Das ist keine neue Strategie in der Politik. Vielmehr gibt es sie häufig nach großen Wahlniederlagen, wenn Parteiführer versuchen, den Machtverlust als vorübergehende Episode zu skizzieren und jede Debatte über ihre eigenen Fehler zu vermeiden. ... Und das ist auch die Botschaft seines ersten großen Diskurses von 2026: Viktor Orbán spricht nicht als früherer Premier, der sich aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen hat. Er spricht wie ein Anführer, der die Niederlage nur als eine Etappe sieht und bereits den Wahlkampf für die Rückkehr an die Macht begonnen hat.“
Ein Mann der Vergangenheit
Laut Magyar Hang hat Fidesz keine Zukunft:
„Viktor Orbán und seine Partei werden der ungarischen Politik noch geraume Zeit erhalten bleiben. ... Die 'therapeutische' Rede [bei der Sommeruniversität] Tusványos, die keinerlei Anzeichen von Innovation, realistischer Lageeinschätzung oder Konfrontationsbereitschaft erkennen ließ, besiegelte jedoch die Geburt der 'neuen alten' Opposition. Von jetzt an ist die spannende und weitreichende Frage nicht mehr, was aus der von Orbán geführten Fidesz werden wird. Sondern: Wer wird der echte Herausforderer von Péter Magyar und der Tisza-Regierung sein, und woher wird er kommen?“