Referendum: Will Island in die EU?

Am 29. August stimmt Island per Referendum darüber ab, ob die Verhandlungen über einen EU-Beitritt wieder aufgenommen werden sollen. Diese waren ursprünglich 2009 eingeleitet worden. Nach einem Regierungswechsel im Jahr 2013 legte Reykjavík die Beitrittsgespräche allerdings wieder auf Eis. Der neue Anlauf interessiert die europäische Presse.

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Večernji list (HR) /

Bedürfnis nach Sicherheit

Einer der Gründe ist die unsichere globale Sicherheitslage, meint Večernji list:

„2009 war die Finanzkrise für die Isländer ein Anlass, heute ist es die globale geopolitische Krise, die gerade in der arktischen Nachbarschaft Islands zu eskalieren droht. ... Island ist eine sehr verwundbare Insel, die strategisch zwischen Grönland, Norwegen und den britischen Inseln liegt, über keine eigene Armee verfügt und sich verteidigungstechnisch ausschließlich auf die Nato verlässt, was wegen Trumps Unvorhersehbarkeit fragwürdig geworden ist. Deswegen fühlen sich die Isländer besonders angreifbar und man denkt wieder über einen EU-Beitritt nach, was eine gewisse Sicherheit bieten würde.“

De Standaard (BE) /

Ein begehrtes Modell

Einen Beweis für die Anziehungskraft der EU sieht De Standaard:

„Die EU bleibt für sehr viele Menschen ein attraktives Gesellschaftsmodell, ein verlässlicher Verbündeter und ein begehrter Handelspartner. Viele Länder stehen in den Startlöchern für einen Beitritt, und vielleicht schließt sich bald auch Island dieser Gruppe an. ... Doch sollte vor allem der Wunsch der Ukraine nach einem EU-Beitritt Europa zu mehr Selbstvertrauen inspirieren. Dass die Regierung kürzlich dem Druck von Straßenprotesten nachgeben musste, zeigt doch, dass eine Gesellschaft gleichzeitig intern vielfältig und gegen eine externe Bedrohung geeint sein kann. Das muss doch dazu inspirieren, das europäische Selbstverständnis zu stärken.“