Abschied von einer US-Ikone: Dolly Parton ist tot

Die USA trauern um Dolly Parton. Die Country-Sängerin mit der üppigen blonden Haarpracht ist am Dienstag im Alter von 80 Jahren gestorben. Sie verkörperte den amerikanischen Traum: Trotz ihrer Herkunft aus bitterarmen Verhältnissen stieg sie bereits in den 1970er Jahren zum Superstar auf. Neben der Musik engagierte sie sich als Unternehmerin und Förderin von Forschung und gesellschaftlichen Projekten.

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De Volkskrant (NL) /

Bindeglied in einem tief gespaltenen Land

Parton war über alle politischen Lager und sozialen Schichten hinweg ein beliebter Star, lobt De Volkskrant:

„In dem bis ins Mark gespaltenen Amerika ist es fast unmöglich, sowohl bei Konservativen als auch bei Progressiven geliebt zu werden. Wenn es jemanden gab, dem das dennoch gelang – mit Fans, die von den fanatischsten 'Maga'-Rednecks aus dem roten [republikanischen] Süden bis hin zu den linken Hipstern im blauen (oder grünen) Brooklyn reichten –, dann war es Dolly Parton. Schon allein deshalb wird die nationale Trauer in den Vereinigten Staaten derzeit so tief gefühlt. Dolly Rebecca Parton war so viel mehr als nur die erfolgreichste Country-Sängerin – und eine der erfolgreichsten Pop-Frauen – aller Zeiten.“

Berlingske (DK) /

Universelles Vorbild

Berlingske stellt fest:

„Wir leben in einer Zeit der Kulturkämpfe. Es gibt so unendlich wenige, die es schaffen, all die Gräben und Spaltungen zu überbrücken, die diese hervorrufen. Vor allem in den USA, wo bekanntlich alles größer ist. Auch die Feindschaften und Meinungsverschiedenheiten. Aber Dolly Parton konnte es. Deshalb ist die Nachricht von ihrem Tod im Alter von 80 Jahren kulturell so bedeutend wie kaum der Tod einer Kulturikone seit dem Ableben von Elvis Presley 1977. In diese sphärischen Höhen müssen wir uns begeben, wenn wir begreifen wollen, was Dolly Parton bedeutete und was sie auch nach ihrem Tod noch bedeutet. Sie hat alle und alles umfasst. ... Sie und ihre Geschichte sind ein universelles menschliches Vorbild.“

Aftonbladet (SE) /

Selbst Trump reagiert sentimental

Aftonbladet würdigt Partons großes soziales Engagement:

„Dolly Parton wuchs in Armut auf. Als Ruhm und Geld kamen, widmete sie einen Großteil ihrer Zeit und ihres Vermögens der Förderung der Alphabetisierung von Kindern weltweit, der medizinischen Forschung und dem Kampf gegen die Armut. In einem Land wie den USA sind Antirassismus und die Unterstützung des Covid-19-Impfstoffs nicht völlig neutral. ... Doch Dolly Parton setzte sich für ihre Überzeugungen ein und blieb weiterhin beliebt. ... Nach ihrem Tod am Dienstag ordnete Donald Trump für den Star nicht nur einen Trauertag an, sondern eine ganze Woche, in der die US-Flagge auf Halbmast gesetzt wird. Nicht einmal er kann sich an ihrem Einsatz für Gleichberechtigung oder die Rechte von Schwarzen ereifern.“