Saudi-Arabien investiert in Freizeitparks bei Paris

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman haben eine Grundsatzvereinbarung über die Finanzierung von drei neuen Freizeitparks in der Pariser Region unterzeichnet. Mit sechs Milliarden Euro soll unter anderem ein Vergnügungspark zur Mangaserie Dragon Ball Z errichtet werden, für die sich beide Staatsoberhäupter begeistern.

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Libération (FR) /

Ökologisch katastrophal

Ein verheerendes Vorhaben, warnt Libération:

„Der weltweit führende Ölproduzent investiert in Frankreich. Um das Land auf die zukünftige Hitze von 50 Grad vorzubereiten? Um den CO2-Fußabdruck zu reduzieren, der durch Öl verursacht wurde, das dem Land einst Wohlstand und uns Komfort brachte? Nein, das saudische 'Geschenk' wird zur Versiegelung Tausender Hektar Land führen. Zu einem Zeitpunkt, an dem alle Wissenschaftler betonen, die Durchlässigkeit des Bodens zu erhöhen, insbesondere in stadtnahen Gebieten. Diese Investitionen in der Region, die bereits über die beste Freizeitinfrastruktur im Land verfügt, werden ein Modell des Massentourismus und der CO2-intensiven Unterhaltung verstärken. Von dem wir wissen, dass es der Umwelt schadet.“

Le Point (FR) /

Ausverkauf der Grande Nation

Für Frankreichs Wirtschaft ist das kein wirklicher Segen, klagt Saïd Mahrane, Chefredakteur von Le Point:

„Saudische Soft Power gepaart mit japanischer. Das ist nun Realität in Frankreich, das sich zu einem Spielplatz für ausländische Mächte entwickelt. Wir hätten die Ankündigung eines vielversprechenden Sektors, einer strategischen französischen Investition, begrüßt, aber nein. Stattdessen bekommen wir eine Achterbahnfahrt und märchenhafte Attraktionen. Frankreich, um es mit Houellebecq zu sagen, ist eine 'Touristenbordell', hat seine industrielle Stärke verloren und verkauft seinen Boden, sein Erbe, seine Landschaften. Man wird die angekündigten neuen Arbeitsplätze zweifellos begrüßen, ohne jedoch zu erwähnen, dass es sich größtenteils um gering qualifizierte und schlecht bezahlte Jobs handeln wird.“

La Croix (FR) /

Hier unternimmt man noch etwas gemeinsam

La Croix verweist auf die positiven Seiten von Freizeitparks:

„Auf dem Papier ist die Anklage einfach: Größenwahn, verheerende Umweltauswirkungen, Konsumdenken, Massentourismus, Herkunft des Kapitals. ... Jede dieser Kritiken enthält einen wahren Kern. Doch sie können einer ebenso wichtigen Frage nicht ausweichen: Woher kommt diese Begeisterung? Welche lebensnotwendigen Bedürfnisse erfüllen Vergnügungsparks? Gehen Sie hinein, beobachten Sie. Ganze Familien sind vereint, Generationen verbringen Zeit miteinander, Teenager lachen, Erwachsene erleben Nervenkitzel. In einer Zeit, in der menschliche Beziehungen sich immer stärker ins Virtuelle verlagern und unsere kulturellen Praktiken immer individualisierter sind, ist es nicht zu unterschätzen, simultan körperliche Empfindungen zu erleben.“