Eiszeit zwischen Türkei und Aserbaidschan

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Aserbaidschan scheinen einen Tiefpunkt erreicht zu haben. Eine Parteitagsrede, in der Präsident Alijew die Unabhängigkeit seines Landes betonte, wurde als Spitze gegen Ankara interpretiert. Ein Kopftuchverbot an aserbaidschanischen Schulen stieß in der Türkei auf scharfe Kritik und am Mittwoch verhängte Baku Einreiseverbote gegen 31 türkische Staatsbürger.

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Karar (TR) /

Rätselhaftes Schweigen

Karar fordert Erklärungen:

„Es kann nicht nur um das Kopftuch gehen. Offenbar ist zwischen den beiden Ländern ein großes Problem entstanden, noch bevor die Kopftuchfrage eskalierte. ... Was das Problem wirklich ist, wissen wir nicht. Warum wissen wir es nicht? Weil Umfang, Stärke und Niveau der Beziehungen zwischen beiden Ländern weniger von Institutionen bestimmt werden als von der Freundschaft der beiden Präsidenten. ... Es ist merkwürdig, dass ausgerechnet die beiden, die wir unter allen Staatschefs für die engsten, vertrautesten und brüderlichsten hielten, seit Beginn der Krise kein einziges beschwichtigendes Wort gesagt haben. Absolute Stille. Von einem Besuch ganz zu schweigen, sie haben nicht einmal miteinander telefoniert.“

Yeni Akit (TR) /

Alijews Willkür hat keine Zukunft

Hinter dem Kopftuchverbot in Aserbaidschan steckt eigentlich die Angst eines autokratisch regierenden Staatspräsidenten vor einem Ende seiner Macht, glaubt die regierungsnahe Yeni Akit:

„Alijew, der ohne jeden Anlass das Kopftuchverbot wiederbelebt und dafür in Kauf nimmt, sich mit dem türkischen Volk anzulegen, das im Karabach-Krieg für ihn gebetet hat, und mit der Türkei, die ihn politisch und militärisch unterstützt hat, treibt in Wahrheit die Sorge um, dass sich sein eigenes Volk vom Klima der Freiheit in der Türkei anstecken lässt. ... Doch bei all diesen Willkürakten übersieht er die Wahrheit, dass 'keine Tyrannei ewig währt'.“