Macht Trump Orbán zum UN-Generalsekretär?
Der abgewählte ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán wird laut einem Bericht des Wall Street Journal von der Trump-Regierung als möglicher Kandidat für das Amt des UN-Generalsekretärs ins Spiel gebracht. Orbán könnte sogar als gemeinsamer Kandidat der USA, Russlands und Chinas nominiert werden, heißt es. In Ungarn beschäftigt diese Meldung prompt die Kommentatoren.
Mögliche Wende in Ungarns Innenpolitik
In Ungarn könnte eine Orbán-Kandidatur erhebliche Auswirkungen haben, meint Politologe Gábor Török in seinem Blog:
„Wie würde sich dies auf die Lage der Fidesz und der ungarischen Rechten im Allgemeinen, auf die innenpolitische Rolle von Viktor Orbán, auf die politische Strategie und Kommunikation der Tisza-Regierung, auf den Rechenschaftsprozess [der Akteure des Orbán-Systems] und letztendlich auf die Denkweise der Wähler auswirken? Mit detaillierten Antworten wartet man besser, bis die Nachricht bestätigt ist, aber schon heute scheint sicher zu sein, dass eine solche Entscheidung eine unerwartete und starke Wende in der ungarischen Politik darstellen würde. Auch wenn es kein Game-Changer wäre, könnte es doch eindeutig eine neue Spielrunde eröffnen.“
Er hat bereits selbst alles dazu gesagt
Frühere Äußerungen von Viktor Orbán widersprechen dieser Idee, meint Außenpolitik-Experte István Szent-Iványi auf Facebook:
„Viktor Orbán hat sich ziemlich abfällig über jene Politiker geäußert, die bei der Uno gelandet sind – zu denen nach der Absicht von Präsident Trump bald auch er selbst gehören könnte. Schauen wir uns an, was er 2018 dazu gesagt hat: 'Natürlich möchten die Bürokraten und einige Politiker, die zu Hause gescheitert sind und dann per Fallschirm in der Uno gelandet sind, ihre politische Karriere fortsetzen und an einer Weltregierung mitwirken, aber das sind nicht der Norm entsprechende individuelle Ambitionen.' Bingo. Treffer, versenkt.“