Griechenland: Manipulationsskandal im Basketball

Der Vorsitzende des griechischen Basketballverbands, Vangelis Liolios, wurde wegen des Verdachts auf Bestechung und Spielmanipulation festgenommen. Gegen mehrere Schiedsrichter wurden Haftbefehle erlassen. Liolios lässt sein Amt ruhen und bestreitet die Vorwürfe. Rund 50 Spiele werden untersucht, die mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten reichen bis 2016 zurück. Griechenlands Presse diskutiert den Skandal.

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Liberal (GR) /

Eine demütigende Realität

Das Webportal Liberal schreibt über die Korruption im Sportbereich:

„Das Paradoxe ist, dass wir uns in Griechenland bereits an eine äußerst demütigende Realität gewöhnt haben. Bei den wichtigsten Fußballspielen holen wir Schiedsrichter aus dem Ausland. Nicht, weil das Land keine Menschen hätte, die die Fußballregeln kennen. Sondern weil die Akteure des griechischen Fußballs selbst dem griechischen Schiedsrichtersystem nicht genug vertrauen, um griechische Schiedsrichter bei Spielen zuzulassen, bei denen es um Titel und große wirtschaftliche Interessen geht. Es ist ein seltsames institutionelles Eingeständnis des Scheiterns, das wir mittlerweile fast schon als normal ansehen.“

News247 (GR) /

Nicht alle sind käuflich

Es gibt einen Lichtstrahl, der diese düstere Stimmung durchbricht, betont das Webportal News247:

„Es gibt Menschen, die ihre Stimme erhoben haben. Zugegeben, vielleicht hatten sie persönliche Differenzen oder verfolgten eigene Interessen und handelten nicht aus moralischen Gründen. Dennoch fanden die Anzeigen Gehör. Polizei, Behörden und Justizbehörden wurden mobilisiert. ... Es ist für einen Beamten nicht einfach, einem millionenschweren Unternehmer auf die Spur zu kommen. ... Und so steht man vor dem Gegensatz, der einen in diesem Land oft überrascht. Auf der einen Seite sieht man, wie Korruption und Betrug grassieren. Auf der anderen Seite erinnert man sich daran, dass es auch diejenigen gibt, die ihrer Pflicht treu bleiben, ihren Eid ehren und sich mit ihrem mageren Gehalt begnügen.“

Documento (GR) /

Von einem Skandal zum nächsten

Apostolos Apostolou, Professor für politische und soziale Philosophie, schreibt in Documento:

„Die Bürger dieses Landes schlafen mit einem Skandal ein und wachen mit dem nächsten auf. … Das aktuelle Geschehen hat sich in eine endlose Abfolge von Enthüllungen, Anklagen und Ermittlungen verwandelt, während die Gesellschaft fassungslos zusieht und die Machthaber versuchen, uns davon zu überzeugen, dass alles unter Kontrolle sei. … Das Land kann nicht als Skandalfabrik funktionieren und gleichzeitig von den Bürgern verlangen, dass sie die Normalität bejubeln. Es braucht Transparenz, Kontrollen, unabhängige Aufsicht und Rechenschaftspflicht mit konkreten Auswirkungen. Keine weiteren Versprechungen, dass alles untersucht wird, während alle auf die nächste Enthüllung warten.“