Kurswechsel der Briten beim Umgang mit Sklavenhandel?

Beim Commonwealth-Gipfel im karibischen Inselstaat Antigua und Barbuda hat Großbritanniens Premier Andy Burnham eine Richtungsänderung angedeutet und Bereitschaft zu einer offiziellen Entschuldigung für die Sklaverei signalisiert. König Charles äußerte sein tiefes Bedauern über das historische Unrecht, vermied jedoch eine konkrete Entschuldigung. Kommentatoren diskutieren, was davon zu halten ist.

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The Guardian (GB) /

Nun liegt es am Premier

Großbritannien muss seiner historischen Verantwortung endlich konkrete Taten folgen lassen, fordert The Guardian:

„Während sich Sklavenhalter, Investoren und Menschenhändler bereicherten und damit das Startkapital für die Industrielle Revolution lieferten, wurde die Karibik durch das grausame System der Kolonialherren in die Armut getrieben. Nun fallen Forderungen nach einer angemessenen Anerkennung dieses historischen Unrechts mit der Klimakrise zusammen, deren Folgen die karibischen Inseln besonders stark treffen, etwa durch Hurrikane. König Charles hat beides anerkannt, als er von der 'ungeheuerlichen Ungerechtigkeit' der Sklaverei und den 'katastrophalen Auswirkungen' der Erderwärmung sprach. Doch nun liegt es an Burnham, diesen Worten Taten folgen zu lassen.“

The Daily Telegraph (GB) /

Besser über wichtigere Probleme reden

Burnham benutzt die Debatte über den Sklavenhandel als Ablenkungsmanöver, kritisiert der Daily Telegraph:

„Burnham ist gerne bereit, über alles Mögliche zu reden – nur nicht über explodierende Sozialausgaben, die Probleme der legalen und illegalen Einwanderung oder das Versagen seiner Regierung bei der Finanzierung der Verteidigung. Und das, obwohl Großbritannien heute vor den größten Bedrohungen für Sicherheit und Wohlstand seit den 1930er-Jahren steht. ... Auf keinen Fall sollten wir die Briten von heute dazu zwingen, für das zu bezahlen, was vor Jahrhunderten geschah. Stattdessen sollten wir uns daran erinnern, wie viel Großbritannien der Welt gegeben hat – und vor allem stolz darauf zurückblicken, was es selbst getan hat, um den abscheulichen Sklavenhandel zu beenden.“