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Wirtschaft

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WIRTSCHAFT

Neatkarīgā Rīta Avīze - Lettland | 25.11.2008

IWF-Hilfe für Lettland

Nach Ungarn verhandelt nun Lettland als zweiter EU-Staat mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über mögliche Finanzhilfen zur Überwindung Wirtschaftskrise. Die Tageszeitung Neatkariga Rita Avize fragt, wie ernst die Lage wirklich ist: "Eine solche Anfrage ist praktisch das Hissen der weißen Fahne. Sie bedeutet, dass ein Staat keine finanziellen Mittel mehr hat, um seine Wirtschaft am Leben zu erhalten und die Stabilität seiner Währung zu gewährleisten. Als Nächstes kommt dann nur noch der Staatsbankrott. Der IWF hat auf diese Weise bereits Pakistan, Ungarn, der Ukraine und Island geholfen. Nun gehört also auch Lettland zur Gruppe der bedrohten Volkswirtschaften. … Aber weder Premierminister Ivars Godmanis noch Finanzminister Atis Slakteris haben gesagt, in welcher Größenordnung die Unterstützung ausfallen soll. Stattdessen verweisen sie ständig darauf, dass erst noch Verhandlungen geführt werden müssen." (25.11.2008)

Der Nordschleswiger - Dänemark | 25.11.2008

Grüne Technologien fördern

Trotz der Finanzkrise herrscht in Dänemarks wachsender "grüner" Industrie Optimismus. Die dänische Regierung will den Firmen, die durch ihre Investitionen Treibhausgase verringern, so genannte CO2-Kredite gewähren, so dass sich für jede Tonne CO2-Einsparung im Ausland ihr Profit im Inland noch erhöht. Die Tageszeitung Der Nordschleswiger lobt die "kluge dänische Politik, solche nationalen CO2-Kredite just zu einer Zeit einzuführen, da sich viele Banken mit Krediten sehr zurückhalten. Auf dieser Grundlage können klimafreundliche Lösungen geschaffen werden, die nicht nur der Umwelt zugute kommen, sondern auch mehr sichere Arbeitsplätze in Dänemark schaffen." (25.11.2008)

De Volkskrant - Niederlande | 25.11.2008

Zeitalter des Westens ist vorbei

Infolge der Finanzkrise scheint es, als sei die Zeit des Westens vorbei und als breche nun das Zeitalter des Ostens an. Nach Ansicht der Tageszeitung De Volkskrant muss sich Europa jedoch nicht von Asien einschüchtern lassen. "Gerade die individuelle Gedanken- und Handlungsfreiheit, die stark zugenommen hat, ermöglichte seit der Aufklärung den Vorsprung des Westens, weil sie für diesen unabdingbar sind. Eine Gesellschaft mit Gedankenpolizei, auch wenn sie nur nach innen und nicht nach außen hin besteht, wird eher auf unüberwindliche gesellschaftliche Hürden treffen. Das gilt sowohl für China als auch für Indien. ... Gerade die Unfähigkeit zu öffentlicher Diskussion aus Angst vor Gesichtsverlust macht China in Krisenzeiten viel verletzlicher als Europa oder Amerika, weil es für Unzufriedenheit kein offizielles Ventil gibt. Das illustriert zugleich die Grenzen des autoritären asiatischen Modells." (25.11.2008)

Sega - Bulgarien | 24.11.2008

Rentner sind Verlierer der Finanzkrise

Besonders von der Finanzkrise betroffen sind Schwerindustriearbeiter und die ältesten Anleger bei Versicherungsgesellschaften, stellt die bulgarische Tageszeitung Sega fest. "Wegen der Finanzkrise sind sie dem Risiko ausgesetzt, dass ihre Einnahmen nicht einmal die Inflation abdecken. Die Spekulanten, die im Vorjahr durch Rekordgewinne etwa Millionen in den Versicherungsgesellschaften angelegt haben, haben inzwischen ihr Geld herausgeholt und warten günstigere Zeiten ab. ... Die Übergangsverlierer, die alten Leute, haben jedoch nicht so viel Zeit. Es stimmt zwar, dass die private Rentenversicherung eine freiwillige Investition darstellt, und jeder für sich ein Risiko eingeht. Der Staat und die Gesellschaften hätten jedoch den Schlag auf den ältesten Teil der Bevölkerung lindern können - sie hätten Multifonds gründen müssen. Neben den Rentnern sind die Arbeiter der Schwerindustrie von der Krise direkt betroffen. Ab 2011 sollen sie nämlich nur Fristrenten aus den privaten Fonds bekommen, ohne den Anteil des nationalen Versicherungsinstituts." (24.11.2008)

Evenimentul Zilei - Rumänien | 24.11.2008

Die guten Seiten der Wirtschaftskrise

Möglicherweise hat die Wirtschaftskrise auch ihr Gutes, schreibt die Tageszeitung Evenimentul Zilei: "Vielleicht verzichten manche auf die Idee, sich ein drittes Fahrzeug zu kaufen oder entscheiden sich, mit ihrer Ehefrau in einem normalen Appartement zu leben. ... Vielleicht bleibt im Westen nichts mehr zum Stehlen, und die einfachen Leute, die in Spanien durch Diebstahl und durch kleine, dreckige Geschäfte zu Geld gekommen sind, werden zurückkehren. Damit könnte Rumänien im Westen ein besseres Image erlangen, denn im Ausland blieben nur noch die fleißigen und cleveren Rumänen. ... Es könnte sein, dass die [rumänischen] Politiker dazu gezwungen wären, gegen die Krise vorzugehen, auch wenn das Wählerstimmen kosten könnte. Sie würden sich letztlich mit den wirklich relevanten Dingen der Gesellschaft beschäftigen. Vielleicht bedeutet diese Krise die Rückkehr der Normalität in Rumänien. Oder aber sie bedeutet es nicht." (24.11.2008)

Frankfurter Rundschau - Deutschland | 24.11.2008

Vorbildliche Briten

Die britische Regierung plant eine Senkung der Mehrwertsteuer. Deutschland solle sich daran ein Beispiel nehmen, meint die Tageszeitung Frankfurter Rundschau. "Schon einmal, beim Rettungsschirm für die Banken, hat die britische Regierung den Ton in Europa vorgegeben. Nun widmet sich London der Konjunktur und stellt eine satte Mehrwertsteuersenkung in Aussicht. In Deutschland hat die Koalition in guten Zeiten den Konsum mit der größten Steuererhöhung der Republikgeschichte bekämpft. Jetzt hätte sie den Spielraum, den Fehler zu korrigieren. Sie könnte die Mehrwertsteuersenkung auf ein oder zwei Jahre befristen. Damit würde deutlich: Es ist zwar unvermeidlich, vorübergehend mehr Schulden aufzunehmen. Aber es geht nicht darum, den Staat auszutrocknen. Es geht darum, in der größten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren die Binnenwirtschaft zu stärken." (24.11.2008)

Jornal de Negócios - Portugal | 20.11.2008

Staat muss Autoindustrie aus der Krise helfen

Helena Garrido vergleicht in der Wirtschaftstageszeitung Jornal de Negócios die aktuelle Krise mit einem Erdbeben und plädiert für Finanzhilfen für die Autobauer: "Nach einem Erdbeben wird [auch] nicht diskutiert wie viele Millionen investiert werden sollen, um die Überlebenden zu retten und die Toten zu begraben. Wir erleben derzeit ein Wirtschafts- und Finanzerdbeben, dessen Folgen die gesamte Gesellschaft betreffen. Steuergelder müssen eingesetzt werden, um die Menschen zu retten. ... Die Frage ist, ob der Staat, also wir Steuerzahler, auch andere Branchen ... unterstützen sollen. Jedes kleine Unternehmen mit Steuergeldern zu retten, macht keinen Sinn. Die Autoindustrie stellt jedoch ein Problem für die Gesellschaft dar. Die Insolvenz von Autofabriken in den USA und in Europa hat dieselben Folgen wie das Finanzerdbeben. ... Dies sind Ausnahmefälle, die außergewöhnliche Maßnahmen erfordern. Danach sollte so schnell wie möglich der freie Markt wieder aufgenommen werden." (20.11.2008)

Les Echos - Frankreich | 21.11.2008

Vorteil der französischen Autobauer

Die traditionsreichen französischen Autobauer könnten aus der Krise gestärkt hervorgehen, meint das Wirtschaftsblatt Les Echos: "Die Frage ist, wie die französischen Autobauer einen der dramatischsten Rückschläge für die weltweite Autoindustrie überstehen werden. Und - auch wenn das überraschen mag - die Antwort ist vielleicht viel optimistischer als man denkt. Man sollte sich daran erinnern, dass zu einem Zeitpunkt, wo wir uns Sorgen um unsere zwei Champions machen, die amerikanischen 'Big Three' den Senat um staatliche Hilfen anbetteln müssen, um der Pleite zu entgehen. So etwas existiert nicht in Frankreich. Renault verfügt wie auch Peugeot und Citroën über die leistungsfähigsten Industrieanlagen in Europa. Insbesondere ist die Positionierung ihrer Produktreihen, die durch unermüdliches Marketing aufgebaut wurde, besser an die weltweite Nachfrage angepasst als die der 'Big Three'. Es ist nicht verboten zu glauben, dass Peugeot, und in geringerem Ausmaß auch Renault, von dieser schwarzen Periode profitieren wollen, um ihre Produktivität zu steigern und sich auf den nächsten Aufschwung vorzubereiten." (21.11.2008)

El Mundo - Spanien | 20.11.2008

Lukoil darf nicht spanischen Markt beherrschen

Der russische Mineralölkonzern Lukoil möchte ein Drittel des spanischen Unternehmens Repsol aufkaufen. Dies müsse um jeden Preis verhindert werden, meint die spanische Tageszeitung El Mundo: "Lukoil ist ebenso wie Gazprom ein Unternehmen, das von der russischen Regierung kontrolliert wird, die stark darauf setzt, einen Energiesektor mit Tentakeln in der EU zu entwickeln. Sollte die Aktion gelingen, stünden wir deshalb vor dem Dilemma, dass lebenswichtige Entscheidungen für den spanischen Energiemarkt im Kreml getroffen würden. Es ist die Pflicht der Regierung, den Einkauf von Lukoil bei Repsol zu verhindern, wenn sie die Kontrolle über diesen strategischen Sektor behalten möchte. Dafür könnte sie auch auf die Unterstützung der EU setzen, die eine für die europäischen Interessen so schädliche Operation ebenfalls nicht gutheißen kann." (20.11.2008)

La Voix du Luxembourg - Luxemburg | 20.11.2008

Mehr Öko-Autos für die EU

Die Tageszeitung La Voix du Luxembourg fordert von der EU eine wegweisende Politik für die Autoindustrie: "Es wäre politischer Mut, von der aktuellen Krise [der Autoindustrie] zu profitieren, um moderne [CO2-arme] Autos einer möglichst großen Zahl von Menschen zugänglich zu machen. Die Zeit drängt - umso mehr, als auf die französische Ratspräsidentschaft die tschechische folgt, die weitaus EU-skeptischer ist. ... Ein Drittel der auf der Welt produzierten Autos werden in Europa von zwölf Millionen Personen hergestellt. Dies macht aus der Autoindustrie eine Schlüsselbranche. Die Krise des Sektors, die mit den Sorgen der Konsumenten verbunden ist, wird durch die europäischen Diskussionen über die Grenzen für den CO2-Ausstoß bei neuen Modellen noch erschwert. Heute muss man handeln. ... Die Industrie ist bereit. Sie muss sich von nun an vorwärts bewegen, ohne zu oft in den Rückspiegel zu schauen." (20.11.2008)


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