Zwist zwischen Athen und Tirana

Zwischen Albanien und Griechenland ist ein heftiger diplomatischer Streit entbrannt. Albanische Behörden haben entschieden, in der Kleinstadt Himara die Häuser von 19 ethnisch-griechischen Familien zu zerstören. Die Stadt solle touristisch aufgewertet werden. Das Außenministerium in Athen protestierte scharf gegen die Pläne. Auch die griechische Presse ist außer sich.

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Protagon (GR) /

Rama setzt Albaniens EU-Beitritt aufs Spiel

Die Verletzung der Rechte der griechischen Minderheit ist ein Hindernis auf Albaniens Weg in die EU, betont Protagon.gr:

„Albaniens Premier Rama hat in den sozialen Medien geschrieben, dass die Akropolis nur noch steht dank des Albaners Gjergj Dushmani, der von den Venezianern [im Jahr 1686] verlangt hatte, Athen nicht zu zerstören. Zuvor hatte das albanische Außenministerium die Aufforderung des griechischen Außenministeriums abgelehnt, Maßnahmen für den Schutz der griechischen Minderheit in Himara zu treffen. Eigentlich ist dies eine Pflicht Albaniens, um der EU beizutreten zu können, daran hat das griechische Außenministerium Rama erinnert. Aber aus Tirana kommen nur Beleidigungen.“

Dimokratia (GR) /

Die Türkei steckt hinter Albaniens Politik

Für die Tageszeitung Dimokratia liegen die Gründe von Albaniens Haltung gegenüber Griechenland auf der Hand:

„Traditionell handelt Tirana gegen die griechischen Interessen. Die griechische Minderheit auf dem albanischen Territorium stört Albanien und seine Auftraggeber [unter anderem die Türkei]. Und die Tatsache, dass das Land von unserem Land wirtschaftlich abhängig ist, hat Auswirkungen auf die nationale Würde der albanischen herrschenden Klasse. ... Der Grund, warum Albaniens Premier Edi Rama unglaublichen Unsinn über die Akropolis, [die Kleinstadt] Himara und die von ihm verfolgte griechische Minderheit sagt, ist Zorn oder Frustration. Rama fördert die türkische Agenda auf dem Balkan und hofft, dass er Teile Griechenlands Albanien einverleiben kann. Denn Griechenland betrachtet er als schwach.“