Rumäniens Regierung per Misstrauensvotum abgewählt

In Rumänien ist das sozialdemokratische Kabinett von Viorica Dăncilă am Donnerstag durch ein Misstrauensvotum gestürzt worden. Nach dem Ausstieg des liberalen Koalitionspartners Alde hatte die Regierung ihre Mehrheit verloren. Dăncilă, die seit Januar im Amt war, stand nicht nur politisch, sondern auch wegen häufiger Grammatikfehler in der Kritik. Rumäniens Presse ist sich uneins, wie es nun weiter geht.

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Blog Republica.ro (RO) /

Das Kabinett Dăncilă: eine permanente Beleidigung

Florin Negruțiu vom Blog republica.ro, freut sich erst einmal, dass Dăncilă nun als Regierungschefin ersetzt wird:

„Ich hoffe, es ist das letzte Mal, dass ich über Viorica Dăncilă schreiben muss. Diese Frau war eine permanente Beleidigung für die gut ausgebildeten Menschen in Rumänien, die ihr Handwerk verstehen und korrekt Rumänisch sprechen. Während Zehntausende junge Menschen jährlich das Land verließen, weil sie überzeugt waren, hier ihren Platz nicht zu finden, wurde die Regierung von einer bizarren, abgehalfterten Marionette geführt. Die Serie ihrer dummen Schnitzer war endlos. Sie hat alles Porzellan zerschlagen, das ihr in die Quere kam - in der Innen- und erst recht in der Außenpolitik. Die Regierung war ihr Ebenbild: eine Ansammlung talentloser, arroganter Narren. ... Horror!“

Contributors (RO) /

Verwaltung bleibt von alten Seilschaften dominiert

Contributors glaubt, dass der Verwaltungsapparat die Nachfolgeregierung boykottieren wird:

„Die Strukturen der Verwaltung sind - auch auf Entscheidungsebene - voll von Leuten, die die [sozialdemokratische] PSD dahin gesetzt hat. Dass ist auch kein Wunder, die PSD ist schließlich seit 2012 an der Macht und dominiert die lokale Verwaltung vielerorts sogar seit drei Jahrzehnten. Sicher, nicht alle Funktionäre sind inkompetent oder vorsätzlich bösartig. Doch es ist vorhersehbar, dass dieser Apparat nicht enthusiastisch auf Forderungen reagieren wird, die nun von einer neuen Exekutive kommen werden. ... Viele Leute stellen sich vor, wenn man erst einmal Minister und Staatssekretäre installiert hat, halte man die Hebel der Macht in den Händen. Das ist komplett falsch. Ohne die Unterstützung der Leute in der Verwaltung kann man nicht viel bewegen.“