Britisches Oberhaus stimmt für Social-Media-Verbot

Das Oberhaus des britischen Parlaments hat für ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nach dem Vorbild Australiens gestimmt. Laut dem Initiator der Abstimmung, dem konservativen Abgeordneten John Nash, muss "die Zukunft der Kinder an erster Stelle" stehen. Mit der Abstimmung wächst nun der Druck auf Premier Keir Starmer, ein Social-Media-Verbot zu erlassen. Die britische Presse ordnet ein.

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The Independent (GB) /

Randgruppen werden ausgegrenzt

The Independent warnt vor den möglichen sozialen Folgen:

„Die Weite und Vielfalt des Internets und insbesondere der sozialen Medien hat vielen Jugendlichen, die außerhalb starrer und oft grausamer sozialer Grenzen leben, nicht nur einen Rettungsanker geliefert, sondern ganze parasoziale Strukturen geschaffen, die sie mit offenen Armen empfangen und ihnen geholfen haben, auch in ihrem realen Leben Verbindungen zu knüpfen. ... Da Parks, Bibliotheken und Jugendclubs aus vielen Gemeinden vollständig verschwinden und Freizeitangebote für Kinder immer teurer werden, besteht die reale Gefahr, dass der Entzug des Zugangs zu Online-Räumen gerade die ohnehin am stärksten Benachteiligten weiter ins Hintertreffen geraten lässt.“

The Times (GB) /

Gefahren sind offensichtlich

The Times verweist auf die negativen Auswirkungen von Social Media:

„Wir beobachten das Risiko, von Pädophilen belästigt zu werden, darüber hinaus Online-Mobbing, Erpressung und Radikalisierung, Störungen der sexuellen Entwicklung durch frühzeitige und übermäßige Konfrontation mit Pornografie, kognitive Beeinträchtigungen durch Dopaminabhängigkeit, einen enormen Anstieg psychischer Probleme bei Teenagern (innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der Anfragen bei psychologischen Beratungsstellen für Kinder verfünffacht und die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Essstörungen versiebenfacht), eine Verschlechterung der schulischen Leistungen, der Sehkraft, der Körperhaltung, des Schlafes und all dieser Dinge. ... Das Gesetz mag nicht perfekt sein, aber das sind die wenigsten.“