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  Iran-Krieg

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Nach den vorerst gescheiterten Friedensverhandlungen mit dem Iran hat das US-Militär damit begonnen, die Straße von Hormus zu blockieren. Nach eigenen Angaben habe man in den ersten 24 Stunden sechs aus dem Iran kommende Handelsschiffe zum Umkehren gezwungen. US-Präsident Trump will mit der Seeblockade unter anderem verhindern, dass für eine Durchfahrt gezahlte Gebühren in die Hände des Regimes in Teheran fallen. Welche Folgen drohen?

Israel hat erklärt, dass die zwischen Washington und Teheran vereinbarte Waffenruhe nicht für seinen Krieg gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon gilt und seine Angriffe fortgesetzt. Laut libanesischem Gesundheitsministerium starben am Mittwoch bei israelischen Angriffen mehr als 180 Menschen. Kommentatoren analysieren die Rolle des israelischen Premiers Netanjahu in diesem Krieg.

Einen Tag vor dem Beginn direkter Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Islamabad werfen beide Seiten sich gegenseitig vor, die Waffenruhe nicht einzuhalten. Israel verstärkt seine Angriffe im Libanon, Teheran sieht dies als Bruch der Vereinbarung. Die Öffnung der Straße von Hormus – Forderung der USA an den Iran – bleibt weiter unsicher.

Im letzten Moment haben Teheran und Washington sich auf eine zweiwöchige Waffenruhe verständigt. Bis kurz vor Ablauf des US-Ultimatums hatte Donald Trump seine Drohungen hochgeschraubt. Schließlich warnte er davor, "eine ganze Zivilisation" würde sterben, wenn der Iran nicht die Meerenge von Hormus öffne. Die ersten Reaktionen in Europas Presse zeugen eher von Schock als von Erleichterung.

Nach der Kritik seines Außenministers Rubio an der Nato hat US-Präsident Trump nachgelegt und mit einem Austritt der USA aus dem Verteidigungsbündnis gedroht. Er erwäge ernsthaft einen Austritt nach dem Iran-Krieg, sagte er in einem Interview am Mittwoch. Hintergrund ist die Weigerung mehrerer EU-Staaten, bei den Angriffen auf den Iran zu helfen. Wie ernst muss Europa die Drohung nehmen?

US-Außenminister Marco Rubio hat Spaniens Regierung dafür kritisiert, dass sie den Vereinigten Staaten die Nutzung ihres Luftraums für den Iran-Krieg untersagt hat. In einem Interview sagte er, die Nato dürfe „keine Einbahnstraße" sein und kündigte eine Neubewertung der Allianz an. Auch Italien erteilte US-Kampfflugzeugen kürzlich ein Landeverbot auf Sizilien. Europas Presse sieht das transatlantische Bündnis ernsthaft in Gefahr.

Durch den Krieg zwischen der USA, Israel und dem Iran – und die anhaltende Blockade der Meerenge von Hormus – sind die Preise für Energie stark angestiegen. In mehreren EU-Staaten werden Maßnahmen zur Drosselung der Benzinpreise ergriffen oder diskutiert. Europas Presse wägt ab – und hat ein Déjà-vu.

Einen Monat nach dem Angriff Israels und der USA auf den Iran ist keine Entspannung in Sicht. Zwar kündigte Pakistans Regierung an, zwischen Washington und Teheran vermitteln zu wollen. Gleichzeitig bereiten sich die USA laut Medienberichten auf den Einsatz von Bodentruppen vor. Zusätzlich haben auch die Huthi im Jemen ihren Kriegseintritt verkündet und Raketen auf Israel abgefeuert.

Wegen des Iran-Kriegs sind die Öl- und Gasexporte aus der Golfregion drastisch eingebrochen – entsprechende Preissprünge auf dem Weltmarkt waren die Folge. Auch wenn der Iran nun die Straße von Hormus angeblich für Frachtschiffe aus "nichtfeindlichen Ländern" wieder freigegeben hat: Europas Medien diskutieren die mit der Versorgungskrise verbundenen Probleme und mögliche Maßnahmen.

Die USA gehen im Iran-Krieg Hand in Hand mit Israel vor. So schrieb sich die israelische Luftwaffe zuletzt die Tötung des Sicherheitsrats-Chefs Ali Laridschani als Erfolg zu. Das selbst immer wieder vom Iran mit Raketen attackierte Israel greift gegenwärtig aber auch im Süden Libanons an, von wo die schiitische Hisbollah ihrerseits Israel beschossen hat. Die Medien beurteilen Israels Rolle und Vorgehensweise auf beiden Kriegsschauplätzen.

Im Iran ist der einflussreiche Sekretär des Sicherheitsrats Ali Laridschani bei einem Luftangriff ums Leben gekommen. Auch bleibt das Schicksal des Obersten Führers unklar: Modschtaba Chamenei hat sich nach dem Tod seines Vaters Ajatollah Ali Chamenei nie gezeigt. Die Medien erörtern, ob das iranische Regime Bestand haben kann, wenn durch die anhaltenden Angriffe Israels und der USA seine Führungsriege eliminiert wird.

US-Präsident Donald Trump hat zur Sicherung der Straße von Hormus einen Einsatz der Nato-Staaten angemahnt. Andernfalls sehe die Zukunft des Bündnisses "sehr schlecht" aus. Doch in Europa gibt es dafür kaum Unterstützung. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte: "Das ist nicht unser Krieg." Bundeskanzler Friedrich Merz betonte, der Iran-Krieg sei nicht Sache der Nato als Verteidigungsbündnis. Die Medien beziehen Position.

US-Präsident Trump hat die Nato sowie asiatische Staaten aufgefordert, sich an der militärischen Sicherung des Schifffahrtsverkehrs in der Straße von Hormus zu beteiligen. Denn die faktische iranische Blockade der Meerenge lässt die Öl- und Gaspreise drastisch steigen. Europas Medien beleuchten das Vorgehen der USA in dieser beginnenden Energiekrise und skizzieren deren globale ökonomische und soziale Folgen.

Die EU hat bislang zu keiner gemeinsamen Haltung zum Iran-Krieg gefunden. Dabei werden Differenzen nicht nur zwischen Regierungschefs einzelner Länder deutlich, sondern auch innerhalb der Führungsebene Brüssels. Während Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag sagte, dass die "alte Weltordnung" nicht mehr existiere, widersprach ihr Ratspräsident António Costa am Dienstag. Er sagte, Europa müsse dafür sorgen, dass die Welt weiterhin auf Regeln basiere.

Die Internationale Energieagentur IEA will als Reaktion auf die faktische Blockade der Straße von Hormus strategische Ölreserven im Umfang von 400 Millionen Barrel Rohöl freigeben. Noch nie zuvor haben die 32 Mitgliedsländer der Agentur in einer gemeinsamen Aktion so viel Öl aus ihren Krisenvorräten entnommen, um den Energiemarkt zu stabilisieren. Eine Lösung des Problems ist dies aber für die Medien aber nicht.

"Schließlich sage ich heute Abend zu dem großartigen, stolzen Volk des Iran: Die Stunde Ihrer Freiheit ist gekommen." Dieses Versprechen hat US-Präsident Trump den Menschen im Iran in seiner Ansprache zu Beginn des Iran-Krieges gemacht. Nach der Tötung des Obersten Führers Ali Chamenei hat das Regime seinen Sohn zum Nachfolger ernannt. Kommentatoren sehen die Machtbasis der Mullahs bisher kaum geschwächt.

Es gibt unklare Signale, wie lange der Iran-Krieg fortgesetzt werden soll: US-Präsident Donald Trump stellte am Montag in Aussicht, die Militäroperation "sehr bald" zu beenden. Der israelische Premier Benjamin Netanjahu ließ daraufhin erklären, man sei "noch nicht fertig". Die Luftangriffe auf den Iran wurden am Dienstag verstärkt und auch Teheran setzte die Attacken auf Israel und die Golfstaaten fort. Europas Presse sucht realistische Exit-Szenarien.

Die eskalierende Lage in Nahost und die Blockade der Straße von Hormus lassen weltweit die Energiepreise steigen. Auch nach den Andeutungen von Donald Trump am Montag über ein möglicherweise schnelles Kriegsende und Beratungen der G7-Staaten über ein Zurückgreifen auf strategische Ölreserven liegen die Preise deutlich über dem Stand von Ende Februar. Europas Presse bewertet Ursachen, Folgen und Lösungsansätze.

Mit Modschtaba Chamenei hat der Iran einen neuen Obersten Führer. Sein Vater und Vorgänger, Ajatollah Ali Chamenei, war bei den Angriffen der USA und Israels getötet worden. Das israelische Militär bedrohte nun auch dessen Sohn. US-Präsident Donald Trump hatte bereits im Vorfeld erklärt, Modschtaba Chamenei sei für ihn "inakzeptabel" und eine iranische Führung ohne die Zustimmung Washingtons werde "nicht lange im Amt bleiben".

Spaniens Premier Pedro Sánchez hat sein "Nein zum Krieg in Iran!" vergangene Woche in einer Fernsehansprache bekräftigt. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Spanien im Beisein von Bundeskanzler Friedrich Merz heftig dafür kritisiert, dass es den USA die Nutzung zweier Militärstützpunkte untersagt hatte. Trump drohte damit, die Handelsbeziehungen zu Spanien abzubrechen.

Seit einer knappen Woche greifen Israel und die USA den Iran aus der Luft an. Teheran antwortet mit Schlägen gegen Israel und benachbarte Golfstaaten. In Washington haben sich Senat und Repräsentantenhaus hinter das Vorgehen von US-Präsident Trump gestellt. Unterdessen stieg der Ölpreis deutlich an und versetzt die Wirtschaft weltweit in Unruhe. Kommentatoren in Europa versuchen zu deuten, welche Entwicklung der Krieg nehmen wird.

Der angegriffene Iran feuert mit Raketen und Drohnen auf Israel, US-Stützpunkte in der Region und auch auf die Infrastruktur bei seinen reichen südlichen Nachbarn. Die meisten Geschosse werden abgefangen. Die Türkei meldete den Abschuss einer vermutlich in Richtung Zypern fliegenden Rakete. Besonders kompliziert wird das Verhältnis der Golfstaaten zu Teheran auf der einen und Washington und Tel Aviv auf der anderen Seite.

Der Konflikt in Nahost lässt die Preise für Öl und Gas steigen. Drohungen des Irans führen dazu, dass sich Tankschiffe auf beiden Seiten der Straße von Hormus stauen. Nach dem Lieferstopp des wichtigen Förderlandes Katar ist der Preis für Flüssigerdgas (LNG) an der Amsterdamer Börse von unter 32 Euro pro Megawattstunde am Freitag auf vorübergehend über 62 Euro am Dienstag gestiegen. Europas Presse lotet kurz-, mittel- und langfristige Konsequenzen aus.

In Europa gibt es unterschiedliche Haltungen zum Angriff der USA und Israels auf den Iran. Kanzler Merz betonte im Gespräch mit US-Präsident Trump am Dienstag, dass man sich einig sei, dass das Regime in Teheran beseitigt werden müsse. Großbritannien hatte den USA anfangs verweigert, britische Stützpunkte für Iran-Einsätze zu nutzen – lässt dies nun aber begrenzt zu. Spaniens Premier Sánchez sprach sich hingegen klar gegen den Militärschlag aus und nannte ihn einen Verstoß gegen das Völkerrecht.

Der Krieg am Golf wirkt sich auch auf Russland aus: Einerseits ist Teheran ein Verbündeter Moskaus, der Russland vor allem zu Beginn des Ukrainekriegs mit Drohnentechnologie ausstattete. Andererseits könnten die sich nun abzeichnenden Engpässe bei Öl und Gas auf dem Weltmarkt Russland eine Chance bieten, mit seinen durch Sanktionen eingeschränkten Energie-Exporten wieder besser zu verdienen. Die Medien wägen ab.

Am Samstagmorgen haben die USA gemeinsam mit Israel begonnen, Ziele im Iran anzugreifen. Dabei wurde Irans Oberster Führer, Ayatollah Ali Chamenei, getötet. US-Präsident Trump begründete den Militärschlag damit, dass der Iran die USA und ihre Verbündeten in der Region unmittelbar bedrohe. Teheran reagierte mit Raketen und Drohnen auf Israel und mehrere Golfstaaten, in denen es US-Militäreinrichtungen gibt. In Europas Presse herrscht Sorge vor einer weiteren Eskalation.

Vor dem Hintergrund eines riesigen US-Militäraufmarschs haben am Donnerstag in Genf indirekte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran stattgefunden. Hauptthema war dessen Atomprogramm, die USA pochen jedoch auch auf Vereinbarungen über die Raketenrüstung. Einen Durchbruch gab es nicht, doch nächste Woche sollen weitere Gespräche in Wien stattfinden. Die Medien beleuchten die Motive beider Seiten.