Griechenland erwirbt Fotos von Nazi-Massenmord
Griechenland hat eine Serie von Fotografien erworben, die detailliert zeigen, wie 200 Kommunisten am 1. Mai 1944 von einem Nazi-Exekutionskommando bei Athen hingerichtet wurden. Die bisher unbekannten 263 Abzüge waren von einem belgischen Militaria-Händler bei eBay zur Versteigerung angeboten worden. Nach einer Intervention der griechischen Behörden waren sie aus dem Verkauf genommen worden. Für die Landespresse ist dies ein vielschichtiges Thema.
Nationales Kulturgut ist keine Sammlerware
Diese Fotos haben großen historischen und moralischen Wert, betont HuffPost Greece:
„Hinter jedem Bild verbirgt sich eine Geschichte, die keinem Privatmann gehört. Sie gehört zum Gedächtnis eines Volkes. ... Es handelt sich nicht um einfache Fotos. Es handelt sich um nationales Kulturgut. Um lebendige Zeugnisse einer der dunkelsten Zeiten der Besatzung. Von Menschen, die sich den Nazis mit Mut und Würde entgegenstellten, obwohl sie wussten, welches Ende sie erwartete. Diese Bilder gehören nicht auf den Sammlermarkt, sie gehören zum kollektiven Gedächtnis. Sie sind Dokumente der Wahrheit. Sie erinnern daran, dass Geschichte nicht ausgelöscht, verkauft oder gefälscht werden kann.“
Solche Beweisstücke gehören beschlagnahmt
Haniotika Nea missfällt es, dass für die Bilder bezahlt werden musste:
„Nun sind wir also soweit, dass wir Tätern Fotos abkaufen. Sie begehen Gräueltaten, fotografieren sie, und wir als Opfer müssen viel Geld bezahlen, um das Material zu bekommen, anstatt dass es ohne Hintergedanken und vielleicht sogar unter Androhung von Strafe beschlagnahmt wird. Versuchen Sie doch einmal, ohne dessen Zustimmung ein Foto von einem einfachen Bürger zu machen und dieses Bild dann zu verkaufen. ... Sie werden sehen, was Ihnen passiert. Wenn jedoch jemand getötet oder misshandelt wird, haben diese Fotos kommerziellen Wert und bringen legalen Gewinn.“