Frankreich: Ein-Euro-Mahlzeit für Studenten
Seit Montag haben Studierende in französischen Hochschulmensen Zugang zu Mahlzeiten für 1 Euro, ohne jegliche Einkommensvoraussetzung. Bisher war dies nur Stipendiaten und Studierenden aus prekären Verhältnissen vorbehalten. Die Maßnahme war von Studentenorganisationen seit Langem gefordert worden. Nun hat die Regierung von Premier Sébastien Lecornu 50 Millionen Euro zu diesem Zweck bereitgestellt. Ist das gerecht?
Eine wesentliche Entlastung
Das Webportal Liberal lobt die Entscheidung der französischen Regierung:
„Der Preisanstieg ist ein Ausnahmezustand, der auch nach dem Ende des Krieges im Iran nicht verschwinden wird. ... Die Initiative der Franzosen ist ein substanzieller Schritt, der junge Menschen finanziell entlastet. Es macht einen großen Unterschied, ob jemand für 30 Euro im Monat versorgt wird oder für 150 oder 300 Euro. Ganz zu schweigen davon, dass es in Frankreich auch Studentenwohnheime gibt, wodurch auch das akute Wohnproblem angegangen wird.“
In Wahrheit destruktiv und ungerecht
Die Maßnahme schadet vor allem sozial benachteiligten Studierenden, warnt L'Opinion:
„Auf den ersten Blick großzügig, in der Praxis destruktiv und in Wirklichkeit ungerecht. Es gibt keinen Grund, diesen pseudosozialen Fortschritt zu feiern, den die allgemeine Einführung der 1-Euro-Mahlzeiten darstellt. ... Das Ende ist bereits bekannt: ein Fiasko. Diese Maßnahme mit dem Beigeschmack von Populismus wird genau diejenigen schwächen, die sie zu schützen vorgibt: Studierende, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind. ... Die Folgen dieser künstlichen Großzügigkeit sind bekannt. Erstens: Knappheit. ... Zweitens: lange Warteschlangen. ... Drittens: die Verschlechterung der Service-Qualität. Viertens: eine paradoxe Umverteilung zugunsten der Wohlhabenderen.“