Labour gewinnt Parlamentswahl in Malta

Die Partit Laburista (Labour-Partei) hat am Samstag die Parlamentswahl in Malta zum vierten Mal in Folge gewonnen. Regierungschef Robert Abela hatte die Wahl um ein Jahr vorgezogen, um sich angesichts der geopolitischen Krisen ein neues Mandat geben zu lassen. Der kleinste EU-Mitgliedsstaat verzeichnete im vergangenen Jahr zwar ein Wirtschaftswachstum von vier Prozent, doch hatten die Folgen des Iran-Kriegs und die Inflation zuletzt die Sorge vor einer Wirtschaftsflaute genährt.

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Times of Malta (MT) /

Sieg mit Warnsignal

Das Ergebnis zeugt von wachsender Unzufriedenheit im Land, urteilt Times of Malta:

„Die Labour-Anhänger haben allen Grund zum Feiern. Doch das Ergebnis birgt auch eine Warnung. Die Mehrheit der Partei ist deutlich geschrumpft – das ist gut für die Demokratie. Geringere Zustimmung deutet auf wachsende Unzufriedenheit mit dem Status quo und dem eingeschlagenen Kurs des Landes hin. Als erfahrener Politiker täte Premierminister Robert Abela gut daran, die Frustration und die Tatsache, dass die konservative Opposition in jedem einzelnen Wahlkreis Zugewinne verzeichnen konnte, nicht zu ignorieren. ... Die Menschen haben für Kontinuität gestimmt, doch die nächsten fünf Jahre könnten Veränderungen erfordern.“

The Malta Independent (MT) /

Große Worte, keine Taten

Dass Labour erneut gewonnen hat, wundert The Malta Independent:

„Wie wahrscheinlich ist es, dass Regierungschef Robert Abela seine hochtrabenden Versprechen einlöst, wenn er nicht einmal eines der fünf großen Projekte umsetzen konnte, die er nach der Wahl 2022 angekündigt hatte? ... Abela bezeichnete sein Wahlprogramm als 'Vertrag' mit der Gesellschaft. Ohne jede Spur von Ironie erklärte er: 'Die Öffentlichkeit schätzt die Partei und weiß, dass sie ihre Versprechen einlöst.' Die Realität sieht jedoch anders aus. Labour hat das Land schwer enttäuscht – nicht einmal, nicht zweimal, sondern dreimal. Und trotzdem soll nun alles beim Alten bleiben.“