Wird Wasser zum Politikum?

Die Rekordhitze im aktuellen Sommer führt in vielen Orten Europas zu Wasserknappheit. In den Medien regt das eine Debatte über die Zukunft der lebenswichtigen Ressource an.

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Capital (GR) /

Eine Frage der gerechten Verteilung

Giorgos Koumparakis, Abteilungsleiter in der auf Wasseraufbereitung spezialisierten Mesogeos-Gruppe, schreibt in Capital:

„Die eigentliche Herausforderung des 21. Jahrhunderts besteht vielleicht nicht allein in der Steigerung der Wasserverfügbarkeit durch neue Infrastrukturprojekte. Sie liegt vielmehr im Übergang von der Wasserverwaltung zur Wassergovernance, bei der die Qualität der Institutionen die Widerstandsfähigkeit von Gesellschaften gegenüber den Unsicherheiten des Klimawandels bestimmt. In naher Zukunft wird die Qualität einer Demokratie nicht mehr allein an ihren politischen Institutionen gemessen werden. Sie wird sich auch an ihrer Fähigkeit messen lassen, die wertvollste natürliche Ressource – Wasser – gerecht zu verteilen.“

The Irish Times (IE) /

Hier nicht den Klimawandel zum Sündenbock machen

Dass es im wasserreichen Irland nun Bewässerungsverbote im Osten des Landes gibt, ärgert The Irish Times:

„Irlands Wasserprobleme sind im Wesentlichen hausgemacht. Das Land verfügt über reichlich Wasserressourcen und reichlich Regen. Die Ursachen für das in dieser Woche verkündete Bewässerungsverbot liegen eher in chronischen Investitionsversäumnissen und politischer Opportunität als in den Folgen des Klimawandels. Verschärft wird das Problem durch das marode System der Wasseraufbereitung und Verteilung. Fast 40 Prozent des aufbereiteten Wassers versickern durch Lecks. Das liegt deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 25 Prozent und den in Deutschland und den Niederlanden gemeldeten Werten von 10 Prozent. “