Russland zurück bei Olympia
Russische Sportler dürfen wieder an den Olympischen Spielen und den zur Qualifikation notwendigen Wettbewerben teilnehmen. Das entschied das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Dienstag. Noch offen ist, ob die Athleten in Los Angeles 2028 wieder unter der russischen Flagge starten dürfen. Für Kommentatoren unabhängig davon ein fatales Signal.
Da helfen nur Protest und Boykott
Angewidert zeigt sich Expressen:
„Man kann deutlich erkennen, woher der olympische Wind weht. Und er stinkt. Das IOC signalisiert klar und deutlich, dass unprovozierte Angriffskriege völlig in Ordnung sind, solange sie nur lange genug dauern. ... Nach der russischen Invasion wollte die Fifa Russland weiterhin – wenn auch mit Einschränkungen – an der Fußball-WM teilnehmen lassen. Diese Pläne mussten jedoch nach Protesten europäischer Länder, darunter Schweden, umgehend verworfen werden. Es ist also an der Zeit, dass sowohl Staaten als auch Sponsoren über Olympia-Boykotte nachdenken.“
Empörung kommt zu spät
Delfi ist auch über die Trägheit auf Seiten der Ukraine-Freunde verärgert:
„Die Entscheidung ist gefallen, und im Kreml gibt es Grund zum Feiern. Dabei erstaunt, dass ihr keine ernstzunehmende Protestwelle vorausging. Vor allem Estland und andere Freunde der Ukraine hätten hier Initiative zeigen können. Dass heute, nach dem Kampf, in Estland mit den Fäusten gefuchtelt und die Entscheidung verurteilt wird, ändert ja nichts. Wo blieb ein vergleichbarer Druck in den Momenten, als es noch möglich war, diese Entscheidung zu verhindern?“