Space-Gipfel in Paris: Wie gut kann Europa Raumfahrt?
In Paris hat auf Einladung Frankreichs ein Internationaler Weltraumgipfel stattgefunden. Etwa 2.000 Akteure aus Politik, Militär, Wirtschaft und Forschung kamen, um Perspektiven auszuloten, wie Europa im Weltall gegenüber den führenden Nationen USA und China aufholen kann: "Die europäische Raumfahrt ist fragil - und wir müssen schneller werden", so Präsident Macron bei der Eröffnung.
Nicht einzelne Weltraumsüppchen kochen
Europas Raumfahrt-Budget darf nicht durch nationale Interessen zerfasern, warnt Ouest-France:
„Die Abwesenheit des deutschen Bundeskanzlers verdeutlicht die zunehmende Rivalität zwischen [Deutschland und Frankreich] in diesem Sektor. Die Raumfahrt war lange Zeit eines der Aushängeschilder der französischen Industrie. Nun macht Berlin diese zu einem wichtigen Entwicklungsschwerpunkt. … Die EU-Kommission plant, über einen Zeitraum von sieben Jahren 60 Milliarden Euro für diesen Sektor bereitzustellen – das ist viermal mehr als im vorherigen Zeitraum. Eine gute Nachricht, sofern das Geld effizient eingesetzt wird. Deutsche, Franzosen, Italiener – jeder will seinen Anteil. Die Gefahr einer Zersplitterung des Budgets darf nicht unterschätzt werden.“
Jetzt den Booster zünden
Der Kontinent muss die Initiative ergreifen, fordert Michaël Trabbia, CEO des Konnektivitäts-Dienstleisters Orange Wholesale, in Les Echos:
„Der Rückstand Europas ist unbestreitbar, doch kann wieder aufgeholt werden. … Dafür müssen die Europäer an einem Strang ziehen. ... Außerdem dürfen wir uns der Zusammenarbeit mit außereuropäischen Partnern nicht verschließen. Autonomie bedeutet nicht Abschottung. Sie setzt voraus, dass wir Kooperationen bewusst wählen und verhindern, dass eine vorübergehende Abhängigkeit irreversibel wird. Europa hat heute die Frequenzen, die Kompetenzen und ein erstes gemeinsames Projekt, um wieder die Initiative zu ergreifen. Das Zeitfenster ist eng. ... Wir müssen dafür sorgen, dass es sich nicht wieder schließt.“