USA laden Putin zu G20-Gipfel ein

Die US-Regierung hat nach Angaben von Außenminister Marco Rubio den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel im Dezember nach Miami eingeladen. Wenn man Probleme lösen wolle, sprich den Ukraine-Krieg beenden, müsse man sich auch mit Leuten treffen, mit denen man nicht übereinstimme, erklärte Rubio. Die EU will den Gipfel nicht boykottieren, sie will über einen möglichen Frieden in der Ukraine mitreden.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung (DE) /

Kommt Wolodymyr, kneift Wladimir

Warum der Kreml mit seiner Zusage noch zögert, erklärt die Frankfurter Allgemeine Zeitung:

„Aus russischer Sicht gibt es bei dieser Geschichte ... ein Problem ... : die Möglichkeit, dass auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Florida eingeladen wird. Ein Treffen mit ihm schließt Putin kategorisch aus. Liefe er Gefahr, einer Begegnung mit dem Ukrainer nicht ausweichen zu können, würde Putin wohl kneifen und die Einladung ausschlagen.“

La Stampa (IT) /

Vom Verbündeten Kyjiws zum Vermittler

La Stampa analysiert:

„Trotz Selenskyjs bilateralen Treffen mit Trump scheint die amerikanische Unterstützung in weiter Ferne zu liegen, überschattet von der Forderung, die Angriffe auf russische Raffinerien in der Tiefe des Landes einzustellen, und noch mehr von der Einladung an Putin, am G20-Gipfel in Miami am 18. und 19. Dezember teilzunehmen. Dieser Gipfel auf Ebene der Staats- und Regierungschefs könnte nun aber eine Gelegenheit sein, die als entscheidend für eine Einigung bezeichnet wird. Diplomatisch bedeutet das jedoch, dass sich Washington als Vermittler und nicht mehr als Verbündeter Kyjiws einbringt. Die Idee, Russland durch Sanktionen und Schäden an der Energieinfrastruktur zu einem gerechten Frieden zu zwingen, wird faktisch ad acta gelegt.“

Ukrainian Prism (UA) /

Signale der Annäherung zwischen Trump und Selenskyj

Der Blick von Donald Trump auf Wolodymyr Selenskyj hat sich stark verändert, analysiert Mariia Shyriaieva auf der Facebook-Seite des außenpolitischen Thinktanks Ukrainian Prism:

„Der auffälligste Unterschied liegt gerade im Tonfall und in der Rhetorik des Gesprächs. Im Februar 2025 geriet der öffentliche Teil des Treffens im Oval Office zu einer regelrechten Konfrontation: Das damalige 'Sie haben keine Trümpfe in der Hand' und der Druck, ein Abkommen ohne klare Sicherheitsgarantien zu schließen, wurden zum Ausdruck der tiefsten Kluft im Dialog zwischen Kiew und Washington. Im Herbst 2026 ist der Tonfall nun ein ganz anderer. Nun würdigte Trump öffentlich den Mut des ukrainischen Präsidenten und die Kampfkraft seiner Armee. ... Bezeichnend ist auch, was nicht gesagt wurde: Es gab keine öffentlichen Forderungen, die Angriffe auf russische Ölraffinerien einseitig einzustellen – obwohl Trump am Vorabend des Treffens die Ukraine öffentlich dazu aufgerufen hatte, die Angriffe auf Anlagen der russischen Ölindustrie einzustellen.“