Moldau: Maia Sandu erwägt Vereinigung mit Rumänien
Die Präsidentin der Republik Moldau, Maia Sandu, hat in einem Interview für den britischen Podcast The Rest is Politics gesagt, sie würde für eine Vereinigung mit Rumänien stimmen, sollte es eines Tages ein Referendum zu der Frage geben. Für ein kleines Land wie die Republik Moldau werde es "immer schwieriger, als Demokratie, als souveränes Land zu überleben". Die Reaktionen in beiden Ländern sind gespalten.
Glaube an das eigene Land wird untergraben
agora.md ist empört:
„Mit ihrer Äußerung, dass für ein kleines Land das Überleben immer schwieriger werde, gibt die Präsidentin eine direkte Einschätzung über die Zukunftsfähigkeit der Republik Moldau als Staat ab und untergräbt ihr eigenes Mandat, auch wenn sie später erwähnt, dass die Entscheidung vom Volk getroffen werden müsse. Das Vertrauen der Bürger und das Vertrauen externer Partner in die staatlichen Institutionen sowie die Loyalität der Bürger zum Land hängen auch vom Verhalten und den Äußerungen der Präsidentin ab. In diesem Zusammenhang darf sie keine Skepsis gegenüber dem Staat, den sie führt, hervorrufen. Doch genau diese Nuancen sind in der Erklärung der Präsidentin zu spüren.“
Nicht übers Knie brechen
Eine solche Vereinigung ist eher ein Projekt auf lange Sicht, kommentiert Deutsche Welle Rumänien:
„Ein solches Projekt kann nicht von heute auf morgen erfolgen, doch wenn man es vorantreiben würde, könnte es Fortschritte machen und wenn der richtige Moment käme, wären die Menschen auch entsprechend vorbereitet. Transnistrien müsste jedoch abgetrennt werden, denn Rumänien kann nicht das ganze Elend von dort ins eigene Land holen. Auch müssten die pro-russischen Netzwerke zerschlagen und der hybride Krieg beendet werden. Das sind alles Details, deren Ausarbeitung Jahre dauern würde, denn sie wurden von den beiden Ländern nie angesprochen.“