Zyprer fordern Schließung britischer Stützpunkte
In Zypern regt sich Unmut über die britischen Militärstützpunkte auf der Insel. Bei einer Demonstration am Samstag vor dem Präsidentenpalast in Nikosia forderten die Teilnehmer die Schließung der Standorte. Hintergrund der Forderung ist der Einschlag einer Drohne aus dem Libanon in Akrotiri am 1. März. Das Vereinigte Königreich hat seit 1960 zwei souveräne Stützpunkte in Akrotiri und Dekelia, die aktuell auch vom US-Militär im Iran-Krieg genutzt werden.
Das Maß ist voll
Phileleftheros ist empört:
„Mit anmaßender kolonialer Frechheit traf die britische Regierung die Entscheidung, sich über die Stützpunkte an den Operationen der USA und Israels gegen den Iran zu beteiligen, ohne die Republik Zypern vorher zu informieren, geschweige denn zu konsultieren. So wurde eine Entscheidung, die die Bürger Zyperns in unmittelbare Gefahr brachte, ohne jedes Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Staat getroffen, der – aufgrund einer verfassungsrechtlichen Anomalie – diese Einrichtungen beherbergt. Die nächste logische Entscheidung ist nun, offiziell den Abzug der britischen Stützpunkte aus Zypern zu beantragen.“
Die Entscheidung liegt nicht bei der Bevölkerung
Cyprus Mail erklärt, warum es schwierig ist, die britischen Stützpunkte aus Zypern zu verbannen:
„Die Existenz souveräner Stützpunkte in einem unabhängigen Land ist ein Anachronismus, der politisch und moralisch nicht zu rechtfertigen ist. Die meisten Zyprioten würden diese Stützpunkte gerne entfernen lassen, sind sich aber auch bewusst, dass dies ein äußerst schwieriges Unterfangen ist, da es ohne die Zusammenarbeit und letztlich die Zustimmung der britischen Regierung, die sich in einer sehr starken rechtlichen Position befindet, nicht möglich ist. Die souveränen Stützpunkte sind Teil des Gründungsvertrags [der Londoner Garantievertrag, der 1959 den Weg Zyperns in die Unabhängigkeit ebnete], und seit 2003 ist ihr Status durch eine Abstimmung des zyprischen Parlaments im Primärrecht der EU verankert. Das ist allen bewusst, dennoch wird weiterhin der Abzug der Stützpunkte gefordert, als ob dies durch den Willen der Bevölkerung erreicht werden könnte.“