Finnland plant Reform des Kindergeldes

Nach den Plänen der finnischen Regierung von Premier Petteri Oreo sollen Eltern für jedes Kind bis zum 18. Lebensjahr künftig pauschal 100 Euro im Monat erhalten – unabhängig davon, wie viele Kinder in einem Haushalt leben. Derzeit ist das Kindergeld noch je nach Kinderzahl zwischen 95 und 192 Euro gestaffelt und wird bis zum 17. Lebensjahr ausgezahlt.

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Savon Sanomat (FI) /

Anreizeffekte bleiben diffus

Savon Sanomat betont die Bedeutung des Kindergeldes als Teil des Wohlfahrtsstaates:

„Der aktuelle Vorschlag ist ein Kompromiss zwischen dem bestehenden System und einem Modell, das Erstgebärende begünstigt. ... Die Anreizeffekte des Berichts bleiben jedoch im Hinblick auf die Ziele unklar, da der Zuschlag für das erste Kind kaum steigen würde, während sich die Situation von kinderreichen Familien verschlechtern könnte. ... Zwar ist es richtig, dass wohl kaum jemand allein aus finanziellen Gründen Kinder bekommt. Daraus folgt jedoch nicht, dass finanzielle Unterstützungsleistungen bei der Entscheidung für eine Familiengründung keine Rolle spielen würden. Das Kindergeld gehört auch symbolisch zu den Grundpfeilern des Wohlfahrtsstaates.“

Hämeen Sanomat (FI) /

Überprüfung des Systems war notwendig

Hämeen Sanomat begrüßt die Debatte:

„Beim Kindergeld sorgt vor allem die Frage für Diskussionen, ob auch wohlhabende Familien Anspruch darauf haben sollten. ... Ein weiteres heiß diskutiertes Thema ist, ob staatliche Beihilfen die Geburtenrate erhöhen. ... Es besteht eindeutig Bedarf an einer Überprüfung des Systems. Das Kindergeld hat sich nicht mit der Gesellschaft weiterentwickelt. Heute gibt es deutlich mehr getrennte Familien, in denen Kinder im Wochenrhythmus zwischen zwei Haushalten wechseln. ... Es ist sehr gut, dass das Thema nun untersucht und analysiert wurde.“

Delfi (EE) /

Geld bringt keinen Nachwuchs

Nach Ansicht von Delfi hat Kindergeld nicht dazu beigetragen, dass mehr Kinder geboren werden:

„Blicken wir der Wahrheit ins Gesicht: Kinder werden schlicht nicht gewollt! Genauer gesagt werden sie unter den gegenwärtig unsicher erscheinenden Gegebenheiten nicht gewollt. ... Die alltägliche wirtschaftliche Unsicherheit ist etwas weitaus Greifbareres. Auch hilft es nicht, wenn wir sehen, mit welcher Verantwortungslosigkeit der Staat unsere gemeinsamen Finanzen verwaltet. ... Der Versuch, die Geburtenrate als staatliches Projekt 'zu erkaufen', ist gescheitert – weitere Gelder dafür sollten eingestellt werden.“