Was tun gegen Wassermangel in Europa?
Die derzeitige Rekordhitze in vielen Ländern Europas verursacht in spürbarem Ausmaß auch Wasserknappheit. Grundwasserspiegel und Pegelstände von Flüssen sinken, Böden trocknen aus, Natur verdorrt. Kommentatoren blicken mit Sorge auf die Lage, haben aber auch klare Empfehlungen.
Spiegel unserer Verletzlichkeit
In Le Temps fordert die Nationalrätin der Grünen, Delphine Klopfenstein Broggini, konkretes Handeln:
„Wasser ist zum Symbol unserer Verwundbarkeit geworden. Die Gletscher schmelzen, die Dürren verschärfen sich, die Grundwasservorkommen füllen sich langsamer auf und die Seen erwärmen sich. ... Wir müssen aus der fossilen Energie aussteigen, in den öffentlichen Nahverkehr, die aktive Mobilität, erneuerbare Energien und Energieeffizienz investieren. Gleichzeitig müssen wir unser Land auf die bereits unvermeidbaren Folgen vorbereiten, indem wir die Wälder und Grundwasservorkommen schützen. .... Der Einsatz für das Wasser ist auch ein Schutz unserer Gesundheit, Ernährungssicherheit, Wirtschaft und unserer Fähigkeit, dem Klimawandel entgegenzutreten.“
Sparen wird unabdingbar
Die Donauländer müssen ihre Wasserpolitik überdenken, meint Krónika:
„Der rekordtiefe Wasserstand der Donau ist keine einmalige, abstrakte oder ferne Tragödie der Natur, sondern der Moment, in dem unser komfortabler Lebensstil bereits frontal mit der physischen Realität zusammenstößt. Wasser ist nicht mehr selbstverständlich, sondern einer der wichtigsten Garanten für das Überleben – sowohl in individueller als auch gemeinschaftlicher, wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Hinsicht. Eine wasserhaltende Landschaft, technologische Anpassung und ein Bewusstsein für Sparsamkeit in der Bevölkerung sind heute nicht mehr nur eine 'grüne' Marotte, eine Option, sondern eine unumgängliche Garantie für unsere Zukunft.“
Dürre schafft Ungerechtigkeit
Die Wasserknappheit verschärft bestehende Ungleichheiten noch weiter, so The Guardian:
„Einige der in den letzten Wochen zutage getretenen Ungerechtigkeiten sind in ihrer Vorhersehbarkeit schockierend. Ausnahmeregelungen, die es Golfplätzen und Schulen mit großen Sportanlagen erlauben, Rasenflächen weiter zu bewässern, während dies den Kommunen und Haushalten untersagt ist, haben für berechtigte Empörung gesorgt. ... Die globale Erwärmung wird bestehende Ungleichheitsmuster verstärken, aber auch neue schaffen. Gesellschaft und Regierungen müssen sich auf beides vorbereiten. Die Dürre dieses Sommers macht deutlich, wie dringend das ist. “