Rumänien fängt Seedrohne vor Gasplattform ab
Ein rumänischer F16-Kampfjet hat eine mit Sprengstoff bestückte Seedrohne im Schwarzen Meer unschädlich gemacht. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums befand sich die Seedrohne in der Nähe einer Förderplattform im rumänischen Gasfeld Neptun Deep, auf der hunderte Menschen arbeiten. Rumäniens Präsident Nicusor Dan machte Russland für den Vorfall verantwortlich.
Kreml wird Neptun Deep sabotieren wollen
Das rumänische Gas-Projekt ist Russland aus ökonomischen Gründen ein Dorn im Auge, heißt es im Blog von republica.ro:
„Rumänien wird mit diesem Projekt zum größten Gasproduzenten und -exporteur der EU aufsteigen. Wer glauben Sie, ist davon wirtschaftlich am stärksten betroffen? Genau: Russland. Das Gasfeld im Schwarzen Meer soll mindestens 20 Jahre lang Gas fördern. Glauben Sie, dass kein Gas mehr benötigt wird? Doch wird es, beispielsweise für riesige KI-Rechenzentren, die enorme Mengen an Energie verbrauchen. Neptun Deep ist ein so strategisch wichtiges und profitables Projekt für Rumänien, dass die Russen es sabotieren werden. ... Sie werden hybride Angriffe gegen unser Projekt starten.“
Abschuss ist kein Ruhmesblatt
Mit dem geglückten Abschuss werden politische Versäumnisse übertüncht, kritisiert Journalist Mihai Isac in Cotidianul:
„Verteidigungsminister Radu Miruță sagt, dass die neuen bodengestützten Drohnenabwehr-Systeme erst im Sommer 2027 eintreffen werden und die vollständigen Lieferungen noch bis zu zweieinhalb Jahre dauern können. ... Rumänien braucht eine vielschichtige Verteidigung, kostengünstige Antidrohnensysteme, passende Radare, Zivilschutz und ehrliche Kommunikation. Ein verantwortungsvoller Minister übertüncht Schwachstellen nicht mit Beifall für Piloten, sondern erläutert Fristen, Kosten und Risiken. … Sicherheit bedeutet nicht, den Abschuss einer Drohne zu feiern, sondern den nächsten Übergriff unmöglich zu machen.“