Nach Zwangsräumung: Rentnerin Maricarmen gestorben

Zwei Wochen nach ihrer Zwangsräumung ist die 87-jährige spanische Rentnerin Maricarmen Abascal gestorben. Ihr Schicksal hatte landesweite Proteste gegen die Wohnungskrise ausgelöst. Für den 11. November ist ein Generalstreik angekündigt. Für Spaniens Presse ist Maricarmen zu einem bedeutenden Symbol geworden.

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eldiario.es (ES) /

"Kämpft weiter, für das, was euch gehört!"

Schriftsteller Isaac Rosa gibt in eldiario.es dem Turbokapitalismus die Schuld am Tod der Rentnerin:

„Maricarmen wurde ihres Zuhauses, ihres Viertels, ihrer ganzen Welt beraubt. Menschen können aus Trauer, Hilflosigkeit, Angst sterben. ... Wäre Maricarmen nicht gewesen, hätten ihre Räumungskläger den Preis der Wohnung noch viel schneller in die Höhe treiben können. Jetzt, mit ihrem Tod, haben sie, was sie wollten. Der Turbokapitalismus verschlingt Stadtteile und Familien. … 'Kämpft weiter für das, was euch gehört', sagte sie am Tag ihrer Zwangsräumung. … Maricarmen wird bei den Demonstrationen, beim Generalstreik am 11. November und bei jeder gestoppten Zwangsräumung präsent bleiben.“

El País (ES) /

Diese Frau hat Spanien verändert

Maricarmens Erbe ist enorm, schreibt El País:

„Ohne Maricarmen hätte es weder die Protestlager noch Zehntausende Demonstranten gegeben. ... Ohne sie hätten die Politiker nicht plötzlich nach Antworten und Lösungen gesucht, die Regierung hätte nach acht Jahren an der Macht nicht eilig Dekrete verabschiedet, um weitere Zwangsräumungen zu verhindern. Ohne Maricarmen wären die Wahlen wohl nicht auf den 29. November vorgezogen worden. Und ohne sie ist es schwer vorstellbar, dass für den 11. November ein Generalstreik ausgerufen worden wäre. Es gab eine Unzufriedenheit im Land, quer durch die Generationen und jenseits aller Ideologien, aber erst diese zerbrechliche und schutzlose Frau hat die Dinge in Bewegung gebracht. Spanien hat sich in diesen zwei Wochen verändert.“