Portugal: Whistleblower Rui Pinto in Lebensgefahr?

Dem portugiesischen Whistleblower Rui Pinto droht nach sechs Jahren der Verlust seines staatlichen Zeugenschutzes. Der Gründer von Football Leaks deckte illegale Praktiken im Profifußball auf, wurde 2023 aber selbst wegen Cyberkriminalität und versuchter Erpressung zu vier Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Portugals Presse diskutiert, ob der Staat ihn weiterhin schützen muss.

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Jornal de Notícias (PT) /

Racheakt wird wahrscheinlich

Der portugiesische Staat spielt mit dem Leben von Rui Pinto, schreibt Jornal de Notícias:

„Die Entscheidung wurde vor drei Monaten getroffen, aber erst zehn Tage vor Ablauf des Anspruchs auf diesen Schutz mitgeteilt. Das ist kein Zufall. Zu diesem Zeitpunkt wurde bekannt, dass Manchester City wegen eines Betrugsskandals Gefahr läuft, Titel zu verlieren und aus der Premier League ausgeschlossen zu werden. ... Das heißt, zu einem Zeitpunkt, an dem die Wahrscheinlichkeit, dass jemand Rache nehmen will, größer ist. ... Rui Pinto mag ein Held oder ein Bösewicht sein – was jedoch nicht sein darf, ist, dass er schutzlos bleibt.“

Correio da Manhã (PT) /

Unabhängig seiner Straftaten schutzwürdig

Unabhängig von den Verbrechen, wegen derer er verurteilt wurde, muss er weiter unter den Schutz des Staates gestellt werden, fordert Correio da Manhã:

„Rui Pinto wurde wegen unbefugten Zugriffs und versuchter Erpressung verurteilt … Rui Pinto hat für seine Verbrechen gebüßt und kooperiert bei Ermittlungen, die illegale Praktiken im Fußball und in anderen Bereichen aufgedeckt haben. ... Ihm nun den Schutz zu entziehen, ist eine Ungerechtigkeit, die ihn in die Hände von Menschen treibt, die zu allem fähig sind. Und das ist inakzeptabel.“