Serena Williams löst Sexismus-Debatte aus

Serena Williams ist beim Frauenfinale der US Open von Schiedsrichter Carlos Ramos dreimal verwarnt worden. Williams beschimpfte ihn daraufhin und bezeichnete ihn als "Dieb". Im Anschluss an das Match klagte Williams, Ramos habe sexistisch gehandelt, da Männer wegen ähnlicher Vergehen nicht verwarnt würden. Hat sie mit diesem Vorwurf recht?

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The Daily Telegraph (GB) /

Eine schlechte Verliererin

Dass Serena Williams die Empörung über ihr Fehlverhalten als sexistisch verurteilt, passt ins Bild von weiblichen Stars, die zu keinerlei Selbstkritik mehr fähig sind, klagt The Daily Telegraph:

„Nach ihrer 6:2-6:4-Niederlage gegen Naomi Osaka, die dieser im jungen Alter von 20 Jahren ihren Grand-Slam-Titel bescherte, hatte Serena Williams die Chance, sich für ihren Ausraster zu entschuldigen. Stattdessen tat sie das, was bei weiblichen Stars mittlerweile zur Gewohnheit geworden ist: Sie ging zum Angriff über und berief sich dabei auf den MeToo-Verfassungszusatz. Dieser besagt, dass alles, was Frauen passiert und diesen nicht behagt, immer und ausnahmslos auf Sexismus zurückzuführen ist. ... Williams protestierte heftig und übte scharfe Kritik, um vom Kern der Sache abzulenken: Dass sie eine schlechte Verliererin war.“

The Irish Independent (IE) /

Wutausbruch ist nicht verwunderlich

Serena Williams' heftige Reaktion ist angesichts ihrer persönlichen Geschichte nachvollziehbar, die von rassistischen und sexistischen Übergriffen geprägt ist, kommentiert The Irish Independent:

„Wenn einem tausendfach Unrecht zugefügt wurde, ist es schwer, anzuerkennen, dass es so etwas wie 'Recht' überhaupt gibt. ... Das Problem ist, dass wir von großartigen Sportlern erwarten, dass sie sich innerhalb von Grenzen bewegen, die sie ihr Leben lang überschreiten mussten. Es ist zudem völlig falsch zu glauben, dass Serena Williams mit anderen vergleichbar wäre, wenn doch alles darauf hindeutet, dass dem nicht so ist. Und es ist heuchlerisch zu fordern, dass Menschen sich an Regeln halten sollten, die sie nicht selbst mitdefinieren konnten und die oft gegen sie angewendet werden.“