Trump II: Ein Jahr Sturm und Drang

Heute vor einem Jahr begann die zweite Amtszeit von Donald Trump als US-Präsident. Seinen Wählern hatte der Republikaner versprochen, "Amerika wieder groß" zu machen und weltweit in Konflikten Frieden zu stiften. Wie kaum einer seiner Amtsvorgänger setzte er sich über bisher Gewohntes hinweg, kaum jemand dominierte je so sehr die Schlagzeilen. Wie steht es um Trump – und die Welt – nach diesen 365 Tagen?

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Neatkarīgā (LV) /

Ganz ohne moralisches Feigenblatt

Neatkarīgā sieht in Trump einen Anführer völlig neuer Art:

„Von seinen ersten Tagen im Weißen Haus an hat Trump nicht nur in der US-amerikanischen, sondern auch in der Weltpolitik einen neuen Weg eingeschlagen. In der Vergangenheit, vor hundert, zweihundert oder noch mehr Jahren, versuchten Politiker (Könige, Kaiser und Grafen), sich – ungeachtet ihres tatsächlichen Handelns – als Vertreter hoher Moral darzustellen und im Namen höherer Ziele zu handeln. … Die prinzipielle Ablehnung der Moral in der Politik ist Trumps wichtigste politische Neuerung. Selbst Putin, ganz zu schweigen von den Führern des kommunistischen Chinas, rechtfertigen ihr Handeln stets mit beschönigenden Motiven. … Trump bedient sich keiner solchen moralischen Feigenblätter.“

Naftemporiki (GR) /

Die Börsen teilen die allgemeine Besorgnis nicht

Naftemporiki verweist auf den Umstand, dass trotz aller Unsicherheiten nach einem Jahr Trump die Finanzmärkte boomen:

„Analysten und Politiker sind sich einig, dass der amerikanische Präsident versucht, die Regeln innerhalb der USA und weltweit neu zu schreiben und damit eine neue Weltordnung zu schaffen. Diese Idee sorgt verständlicherweise bei fast allen außer den Märkten für Besorgnis und Nachdenklichkeit. Diese bleiben auf Rekordkurs, da sie davon ausgehen, dass diese neue Ordnung viele Chancen für Investitionen und Gewinne mit sich bringen wird. In drei Jahren werden wir wissen, wer Recht hatte.“

SRF (CH) /

Die harte Realität zieht ihn runter

SRF konstatiert reichlich Gegenwind für den US-Präsidenten:

„Die politische und wirtschaftliche Schwerkraft wirkt auch auf Donald Trump. Das versprochene goldene wirtschaftliche Zeitalter ist nicht angebrochen. Seine Umfragewerte sind schlecht. Und das Oberste Gericht wird Trump wohl nicht restlos alles durchgehen lassen, etwa viele seiner Zölle. ... Es ist gut möglich, eigentlich wahrscheinlich, dass die Demokraten [im November] die grosse Kongresskammer zurückerobern. Parlamentarische Untersuchungen, vielleicht sogar ein Amtsenthebungsverfahren, wären die Folge. ... Immer vorausgesetzt natürlich, Trump lässt noch freie und faire Wahlen zu.“