Machado schenkt Trump Friedensnobelpreis-Medaille
US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado im Weißen Haus empfangen, um über die Zukunft Venezuelas zu beraten. Im Anschluss sagte Machado, sie habe dem Präsidenten ihre Medaille des Friedensnobelpreises aus dem Vorjahr überreicht. Dies sei in Anerkennung seines Engagements für die Freiheit des venezolanischen Volkes geschehen. Kommentatoren rümpfen die Nase.
Erbärmliche Lobhudelei
Jutarnji list stößt die Geste Machados sauer auf:
„Ein erbärmlicheres Schauspiel hat es wohl nie gegeben als jenes, bei dem Maria Corina Machado, Mitglied der venezolanischen Opposition und Friedensnobelpreisträgerin des Jahres 2025, Donald Trump ihre Medaille überreichte, um sich schamlos bei ihm einzuschmeicheln – und dies mit der Begründung seiner 'einzigartigen Hingabe für unsere Freiheit'. Mit ihrem Wunsch, von Trump zur Präsidentin Venezuelas ernannt zu werden, spuckte sie auf den Nobelpreis und auf sich selbst. Dagegen erscheint selbst Maduros Clique ehrenvoller, obwohl sie ein einst vielversprechendes Land heruntergewirtschaftet hat.“
Ist mit der Friedensliebe nun Schluss?
Soziologe Igor Eidman schreibt auf Facebook:
„Das ist als würde man glauben, man sei Olympiasieger, nur weil einem jemand eine olympische Medaille geschenkt hat. ... Deshalb braucht er den echten Nobelpreis jetzt nicht mehr so dringend. Andernfalls hätte er keine Sanktionen gegen Norwegen verhängt und sich gegenüber den Europäern wegen Grönland nicht so aggressiv verhalten. Es ist klar, dass dies seine Chancen auf den echten Friedensnobelpreis zunichte macht. ... Nun wird wohl auch sein Interesse am Krieg Russlands gegen die Ukraine stark nachlassen.“
Symptom des Verfalls
Publizist Witalij Portnykow warnt auf Facebook:
„Ich schließe nicht aus, dass Trump nun versuchen wird, die Auszeichnungen aller künftigen Träger des Friedensnobelpreises zu sammeln – zumindest in den nächsten drei Jahren. ... Dieses ständige Verlangen nach Auszeichnungen, die Bereitschaft, erfundene Preise anzunehmen, der Wunsch, alles Mögliche nach dem eigenen Namen zu benennen, die aufrichtige Unzufriedenheit mit den Entscheidungen unabhängiger Institutionen. Ja, die Amerikaner mögen vielleicht nicht verstehen, was vor sich geht, weil sie sich nie in einer ähnlichen Situation befunden haben. Aber Menschen, die die sowjetische Erfahrung durchlebt haben, wissen genau: Der Glanz der Orden ist ein deutliches Zeichen für die schleichende Degeneration der Staatsmacht.“