Mexiko: Gewaltausbruch nach Tod von Drogenboss
Nach der Tötung des mexikanischen Drogenbosses Nemesios Oseguera Cervantes, genannt "El Mencho", durch das mexikanische Militär haben Mitglieder des mächtigen Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) mit Gewalt reagiert. Bei den Auseinandersetzungen kamen Dutzende Menschen ums Leben. Was der Konflikt für die Stabilität des Landes bedeutet, beleuchtet Europas Presse.
Die Regierung greift endlich durch
La Vanguardia gratuliert Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum:
„Washington hatte den Druck auf die mexikanische Sicherheitspolitik verstärkt. ... Trump hatte Sheinbaum sogar mit einer militärischen Intervention und höheren Zöllen gedroht. ... Vor diesem Hintergrund stellt die Operation vom Sonntag den bislang größten Erfolg der mexikanischen Regierung gegen die Drogenkartelle dar. Den meistgesuchten Drogenboss der Welt festzunehmen, das hat keine vorherige Regierung geschafft. ... Sheinbaum kann nun diese außergewöhnliche Leistung im Bereich der Sicherheit vorweisen und Mexiko kann im Vorfeld der Fußball-WM der Welt zeigen, dass es seine Sicherheit im Griff hat.“
Der Drogenkrieg geht weiter
Avvenire erwartet keine grundlegenden Veränderungen:
„Um diese Kartelle zu zerschlagen, ist es dringend notwendig, die Justiz, die noch immer zu eng mit der Exekutive verflochten ist, zu stärken und Korruption und Geldwäsche zu bekämpfen. ... Das Ende von 'El Mencho' wird das Jalisco-Kartell mit Sicherheit tiefgreifend treffen. Diese Schwächung könnten andere Gruppen als ihre Chance begreifen, die Situation blutig auszunutzen. Die fast schon automatische Gewalt, die als Reaktion auf den Militäreinsatz entfesselt wurde, ist kaum mehr als ein Vorspiel. ... Mit oder ohne 'El Mencho' geht der Drogenkrieg weiter.“