Dänemark: Frederiksen stellt sich den Wählern
In Dänemark wird am Dienstag das Parlament neu gewählt. Die sozialdemokratische Premierministerin Mette Frederiksen leitet seit Ende 2022 eine für das Land ungewöhnliche Mitte-Koalition. Die abgewehrten US-Ambitionen auf Grönland verschafften ihr zuletzt international Renommee. Kommentatoren schauen jedoch eher auf Themen wie Steuer- und Bildungspolitik.
Bewährungsprobe für angewandte Sozialdemokratie
Für Aftonbladet spielt Frederiksen eine Vorbildrolle über Dänemarks Grenzen hinaus:
„Die schwedische Linke sollte sich von Mette Frederiksen inspirieren lassen. Die Aufgabe einer sozialdemokratischen Ministerpräsidentin besteht nicht darin, die Oberschicht bei Laune zu halten. Vielmehr ist es ihre Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das Land auch für diejenigen funktioniert, die es sich nicht leisten können, ihre Kinder auf schicke Privatschulen zu schicken. ... Vor allem hat Frederiksen gezeigt, dass die Sozialdemokratie tatsächlich etwas verändern will. Morgen werden wir sehen, ob die Wähler das Gleiche wollen.“
Auf altlinkem Kurs
Die Vorschläge der Sozialdemokraten missfallen Berlingske:
„Der Wunsch nach einer höheren Besteuerung geht einher mit einer endlosen Wunschliste, um mehr Geld in den öffentlichen Sektor zu pumpen, sodass man sich auf turbulente Haushaltsverhandlungen freuen kann, sollte Dänemark eine rot-radikale Regierung bekommen. ... Mette Frederiksen hat mit ihren wichtigsten Wahlversprechen zu Vermögenssteuer, [der Alternativschule] 'Lilleskole' und früherer Verrentung selbst einen klassischen linksgerichteten Kurs der 70er Jahre eingeschlagen. Soll sie mit dem roten Block regieren, ist mit noch stärkerem Druck in diese Richtung zu rechnen.“