Finnland: Beeren-Kartell droht Millionenstrafe

Die finnische Wettbewerbs- und Verbraucherbehörde FCCA hat führenden Unternehmen der Beerenbranche illegale Preisabsprachen vorgeworfen. Die Behörde stufte das Vorgehen als "sehr schweren Wettbewerbsverstoß" ein und beantragte eine Strafe von 9,4 Millionen Euro, der das Kartellgericht noch zustimmen muss. Vor einigen Jahren waren einige finnische Beerenunternehmen bereits wegen Menschenhandels verurteilt worden.

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Lapin Kansa (FI) /

Pflücker endlich fair behandeln

Die Beerenbranche muss sich reformieren, fordert Lapin Kansa:

„Der Ruf der Branche ist nach den Vorwürfen des Menschenhandels ohnehin schon so schlecht, dass nicht alle Unternehmen auf dem Markt der Wildbeeren diesen erneuten Schlag unbedingt überstehen werden. Es könnte also eine Neuordnung des Marktes bevorstehen, die zweifellos notwendig wäre. Die Beerenbranche braucht dringend neue oder zumindest wirklich erneuerungswillige Unternehmer und Unternehmen, die ihr wichtigstes Kapital, die Beerenpflücker, fair und respektvoll behandeln und dabei die Regeln der Marktwirtschaft einhalten. Wenn das nicht rentabel ist, sollte die gesamte Beerenbranche besser dichtmachen.“

Kaleva (FI) /

Konsumgewohnheiten überdenken

Auch Verbraucher, die Beeren sowohl für den eigenen Verzehr als auch den Weiterverkauf an die Industrie pflücken dürfen, tragen eine Verantwortung, betont Kaleva:

„Billigarbeitskräfte wurden in der Beerenbranche immer häufiger eingesetzt, als das auf dem finnischen Jedermannsrecht basierende Pflücken von Wildbeeren nicht mehr ausreichte, um die Beerenindustrie mit genügend Rohstoffen zu versorgen. Nur wenige Finnen wollen ihre Beeren selbst im Wald pflücken und wenn die Beerenbranche ihre Probleme nicht in den Griff bekommt, droht eine noch größere Menge an Beeren ungeerntet zu bleiben. Die Bürger sollten ihre Konsumgewohnheiten überdenken. Durch verantwortungsbewusste Entscheidungen können wir beeinflussen, ob wir im schlimmsten Fall die moderne Sklaverei unterstützen oder ob wir mit unseren Kaufentscheidungen eine gesunde Unternehmenstätigkeit fördern.“