Was bedeuten die Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien?

Die Huthi-Miliz greift seit rund einer Woche Flughäfen und Industrieanlagen in Saudi-Arabien an und droht mit einer weiteren Eskalation. Saudi-Arabien unterstützt die international anerkannte Regierung im Jemen, die gegen die mit Iran verbündete Huthi-Miliz kämpft. Die USA und auch das Mekka-Bündnis zeigten sich zunächst zurückhaltend, was Unterstützung für Riad angeht.

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Diena (LV) /

Katastrophe für den starken Führer

Riad ist in der Zwickmühle, analysiert Diena:

„Die Huthis sind entschlossen, ihre Angriffe auf Riad fortzusetzen, bis Saudi-Arabien die Unterstützung der jemenitischen Regierung einstellt. Ein solcher Schritt wäre jedoch eine Katastrophe für bin Salman und sein Image als 'starker Führer'. Die Alternativen sind ebenso unbefriedigend. Luftangriffe auf Huthi-Gebiet beeinträchtigen deren militärisches Potenzial nicht, sondern provozieren lediglich Vergeltungsschläge. Die Entsendung zusätzlicher saudischer Truppen in den Jemen würde unweigerlich den Tod zahlreicher Soldaten bedeuten.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung (DE) /

Der Preis für Trumps Selbstherrlichkeit

Hinter alldem steckt der ungelöste saudisch-iranische Konflikt um die Vorherrschaft am Golf, weiß die Frankfurter Allgemeine Zeitung:

„Im Jemen wird er schon seit Jahren militärisch ausgetragen. In dieses strategische Wespennest hat Trump mit einer Mischung aus Selbstherrlichkeit und Unkenntnis hineingestochen, die vielen Rechtspopulisten gemein ist. Den Preis zahlt jetzt Saudi-Arabien, das sich aus dem Bürgerkrieg des Nachbarlandes eigentlich zurückziehen wollte, um sich um die eigene Wirtschaft zu kümmern. Die saudische Außenpolitik beruht seit Jahrzehnten auf dem Bündnis mit Amerika. Dass Trump es weitgehend entwertet hat, könnte den gesamten Nahen Osten noch stark verändern.“

Il Manifesto (IT) /

Riad auf der Suche nach Hilfe

Saudi-Arabien ist in Not, analysiert Il Manifesto:

„Die jüngsten Angriffe der Huthis fanden statt, während in Riad ein Energiekongress eröffnet wurde und zudem zahlreiche internationale Delegationen zum 'Davos der Wüste' [in zwei Wochen] erwartet werden. ... Doch wer wird kommen, wenn der Flughafen geschlossen oder unsicher ist? ... Riad hat Milliarden Dollar für amerikanische und westliche Waffen ausgegeben, die gegen Raketen und Drohnen der Huthis wenig ausrichten konnten. Und so bleibt nichts anderes übrig, als auf die Hilfe von Trump zu setzen und auf die der Europäer, die immer bereit sind, den Herren des Öls unter die Arme zu greifen.“

To Vima (GR) /

Erstaunliche Kraft der Rebellen

Warum die Huthis zu diesen Angriffen fähig sind, ist für To Vima ein Rätsel:

„Die meisten Analysten gehen davon aus, dass die pro-iranischen Rebellen ohne die Hilfe Teherans kein Präzisionswaffenarsenal mit einer Reichweite von 1.500 bis 2.000 Kilometer hätten aufbauen können, also ohne die Unterstützung iranischer Techniker und Militärberater. Sie tun sich jedoch schwer damit zu erklären, wie dieses große Waffenarsenal, das die ganze Zeit über verborgen war, entstanden ist und wie es den Huthis gelingt, die Raketenabwehr der Saudis und ihrer Verbündeten an so vielen Stellen und mit so großer Häufigkeit zu durchbrechen.“