Weltweiter Gehaltsstopp bei Volkswagen?

Der VW-Konzern plant laut Medienberichten angesichts hoher Überkapazitäten und schwacher Verkaufszahlen ein fünfjähriges Einfrieren der Löhne. Die 660.000 Beschäftigten weltweit fürchten weitere Einschnitte durch den Sparkurs, die Gewerkschaften drohen mit Streiks. Medien fragen sich, ob der harte Kurs von VW-Chef Oliver Blume notwendig ist oder die Krise des Autobauers weiter verschärft.

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Info.cz (CZ) /

Spät, aber immerhin

Info.cz begrüßt den Mut der Volkswagenspitze, die Personalkosten anzugehen:

„Ein fünfjähriger Lohnstopp ist ein außergewöhnlich brutaler Eingriff. In Zeiten anhaltend hoher Preise bedeutet er realen Kaufkraftverlust und für das VW-Management die Gewissheit massiver Streiks und Proteste, mit denen die Gewerkschaften drohen. Dennoch ist es ein Schritt, für den es gute Gründe gibt. Er zeigt, dass Vorstandschef Oliver Blume und sein Team zur Vernunft gekommen sind. Sie haben begriffen, dass die Finanzierung der deutschen Sozialleistungen in einer Zeit, in der die Werke Überkapazitäten für Hunderttausende unverkaufter Autos haben und die Kunden sich weigern, für europäische Öko-Fantasien zu zahlen, unmöglich ist. Nun bleibt das Schwierigste: beim ersten Pfiff der Gewerkschaften nicht nachzugeben.“

Pravda (SK) /

Die Unsicherheit wächst

Pravda sorgt sich um die Zukunft des großen VW-Autowerks in Bratislava:

„Noch ist der Lohnstopp nicht bestätigt, muss man korrekterweise sagen. Er wäre ein unangenehmer Kontrast: Ein Arbeiter montiert den ganzen Tag einen Luxus-Porsche, aber sein Gehalt steigt nicht. Und obwohl die Gehälter bei Volkswagen für unsere Verhältnisse überdurchschnittlich sind, geht es hier ums Prinzip. ... Der Eigentümer wünscht sich von den Mitarbeitern Flexibilität, Wettbewerbsfähigkeit und Bescheidenheit, doch ihre Zukunft hängt von Entscheidungen ab, auf die sie keinen Einfluss haben. ... Nach einem Lohnstopp könnte als nächstes die ganze Produktion eingestellt werden. Die Mitarbeiter fürchten sich vor allem vor der damit verbundenen Unsicherheit.“