Russland darf beim Eishockey wieder dabei sein

Der Internationale Sportgerichtshof hat russischen Mannschaften den Weg zur Teilnahme an Eishockey-Meisterschaften freigemacht. Das Schiedsgericht gab einer Berufung des russischen Eishockeyverbandes statt und hob die Entscheidung des Weltverbandes IIHF, russische Teams nicht zuzulassen, mit sofortiger Wirkung auf. Was bedeutet das für die Sportler und die WM, die 2027 in Deutschland stattfindet?

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Novinky.cz (CZ) /

Sport und Krieg gehen nicht zusammen

Das Urteil untergräbt den Geist des Sports, empört sich Novinky.cz:

„Die Zulassung einer russischen Mannschaft zur Meisterschaft erweckt den Eindruck, dass es in Ordnung sei, einen Krieg zu führen, den Russland heuchlerisch als militärische Sonderoperation bezeichnet. Denn selbst Moskau will nicht zugeben, dass es einen Angriffskrieg führt. Sport existiert nicht irgendwo in einem Elfenbeinturm, fernab von der Welt. Sportler leben nicht außerhalb der Realität, was vor allem ukrainische Sportler zu spüren bekommen. Russische Bomben, Drohnen und Raketen töten sie wie alle anderen und zerstören ihre Sportplätze. Wenn ukrainische Sportler den höchsten Preis für Russlands Aggression zahlen, warum sollte man Moskau dann entgegenkommen?“

Watson (CH) /

Das letzte Wort hat die Politik

Ganz so schnell wird es nicht gehen, schreibt Eishockey-Experte Klaus Zaugg bei Watson:

„Theoretisch müssten die Russen bereits zur WM 2027 in Deutschland (13. bis 30. Mai) zugelassen werden. Aber sie werden 2027 nicht dabei sein. Aus mehreren Gründen. ... Erstens hat die Politik und nicht der Sport das letzte Wort. ... Kommt dazu: Eine WM-Teilnahme ist nur möglich, wenn das Gastgeberland – in diesem Falle Deutschland – für die Spieler und Betreuer ein Einreisevisum ausstellt. ... Der politische Widerstand gegen die Ausgabe dieser Visa wird in Deutschland erheblich sein. Kein anderes europäisches Land engagiert sich so stark für die Ukraine wie Deutschland. ... Sollen die bereits gekauften Tickets für die Spiele der Ukraine nun für die Spiele der Russen gelten? Absurd.“