EU beschließt Verbot von Einwegplastik

Die EU hat sich auf ein Gesetz geeinigt, das Einwegplastik ab voraussichtlich 2021 verbietet. Die Unterhändler von EU-Kommission, EU-Parlament und dem Rat der Mitgliedsstaaten verständigten sich auf die Details, mit deren Hilfe Wattestäbchen, Einmalgeschirr oder Trinkhalme verbannt werden sollen. Für Kommentatoren ist das Gesetz ein Fortschritt.

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Denik (CZ) /

Endlich werden wir uns des Problems bewusst

Denik begrüßt die Entscheidung der EU ohne jeden Vorbehalt:

„Die Tage von Einwegkunststoffen, die nur schwierig anderweitig verwendet werden können, sind gezählt. Wir haben ausreichend schlechte Erfahrungen mit ihnen gemacht, eine Verlängerung ihrer Lebensdauer ist unnötig. Das ist ein harter Schnitt. Immerhin arbeiten EU-weit 1,5 Millionen Menschen in diesem Produktionszweig. Doch das Verbot von Plastik-Trinkhalmen, -Besteck, -Tellern, -Tassen oder -Verpackungen erspart Umweltsäuberungsmaßnahmen, die Milliarden kosten. ... Glückwünsche zu dieser Einsicht sollten wir uns erst einmal sparen. Dass wir uns des Problems bewusst werden, ist aber schon einmal vielversprechend.“

Wiener Zeitung (AT) /

Europa muss mit gutem Beispiel vorangehen

Die EU hat sich nicht durch die Lobbyarbeit der Chemieindustrie auseinander dividieren lassen, lobt die Wiener Zeitung:

„Dass man sich auf die Regulierungen einigen konnte, ist gut. Es zeigt, dass die EU in diesem wichtigen Punkt handlungsfähig ist. Dass die chemische Industrie die Neuregelung kritisieren würde, war vorhersehbar. Das Argument lautet, das neue Gesetz schieße am Ziel vorbei, weil Europa und Nordamerika nur einen geringen Anteil am Meeresmüll produzieren. Aber wer, wenn nicht Europa, sollte mit gutem Beispiel vorangehen?“

Dziennik Gazeta Prawna (PL) /

Hersteller können aufatmen

Die Branche hätte es härter treffen können, findet auch Dziennik Gazeta Prawna:

„Produzenten von Verpackungen und Lebensmitteln hatten Angst vor den neuen Regeln. Die EU ist ihnen am Ende aber entgegengekommen. Die Branche wird zwar die restriktiven Vorschriften einhalten müssen, doch dafür wird sie mehr Zeit haben als zunächst geplant. Zum Beispiel wird die Verpflichtung, mit Flaschen fest verbundene Verschlüsse einzuführen, nicht in zwei, sondern in fünf Jahren in Kraft treten. ... Die meisten Hersteller haben eher Angst vor der Reaktion der Verbraucher. Für Kartonverpackungen ohne Kunststoffkappe wird man wohl zu der ausgeschnittenen Ecke zurückkehren, die die meisten Hersteller aufgegeben hatten.“