Ukraine: Budanow wird Selenskyjs Stabs-Chef
Wolodymyr Selenskyj hat mit Kyrylo Budanow den bisherigen Chef des Militärgeheimdienstes HUR zum neuen Leiter der Präsidialverwaltung ernannt. Er folgt auf Andrij Jermak, der diesen Schlüsselposten in der ukrainischen Politik im Dezember wegen eines großen Korruptionsskandals räumen musste. Was steckt hinter der Ernennung des populären Generalleutnants?
Beste Brücke zu Trump
Dserkalo Tyschnja analysiert:
„Budanow ist derzeit die einzige Person im ukrainischen Machtapparat, die das Vertrauen und den Respekt des amtierenden amerikanischen Teams genießt. Er hat ein System persönlicher Beziehungen aufgebaut - nicht nur zu Keith Kellogg (der weiterhin Zutritt zum Büro von Donald Trump hat), sondern auch zu JD Vance, Steve Witkoff und einer Reihe weiterer Personen aus dem engsten Umfeld des US-Präsidenten. ... Zudem gilt er als eine Person, die weder durch die signifikante Minditschgate-Affäre noch durch klassische Korruption mit staatlichen Geldern belastet ist. Und das ist ein prinzipiell wichtiger Punkt, der Budanows Einfluss automatisch erweitert.“
Wahl wirft ihre Schatten voraus
Olga Musafirowa, die Ukraine-Korrespondentin der Nowaja Gazeta Ewropa, stellt Budanows Ernennung in Zusammenhang mit der möglicherweise anstehenden Präsidentschaftswahl in der Ukraine:
„Das größte Vertrauen der Ukrainer genießt derzeit neben Kyrylo Budanow der ehemalige Oberbefehlshaber und jetzige ukrainische Botschafter in Großbritannien, Walerij Saluschnyj. ... Beide sind potenzielle Konkurrenten von Wolodymyr Selenskyj, der ebenfalls [in Umfragen] zu den drei Spitzenreitern gehört. ... Daher ist nach einer Version das Auftauchen Budanows im Büro des Präsidenten die erste Phase der Operation 'Ein den USA gefallender Nachfolger', nach einer anderen Version ist es ein Versuch Selenskyjs, seinen Rivalen mit einer freundschaftlichen Umarmung zu neutralisieren, und nach einer dritten Version eine Stärkung der Macht-Vertikalen.“