Italien: Vannacci verlässt die Lega

Der EU-Abgeordnete und italienische Ex-General Roberto Vannacci war bislang hinter Matteo Salvini Vizechef der rechtspopulistischen Partei Lega, die zusammen mit der Forza Italia an der Regierungskoalition von Giorgia Meloni (Fratelli d'Italia) beteiligt ist. Nun bricht Vannacci mit der Lega, um eine neue rechtsextreme Partei namens Futuro Nazionale zu gründen. Welches Ziel verfolgt er?

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La Repubblica (IT) /

Rechter als rechts

Da versucht jemand, das Feld von rechts aufzuräumen, beobachtet La Repubblica:

„Lega und Fratelli d’Italia einte in den letzten Jahren die Besessenheit, keine Feinde auf der Rechten zu haben. Das ist nicht aufgegangen. Der ehemalige General Roberto Vannacci, Autor des Bestsellers 'Verdrehte Welt', Verbreiter rassistischer und fremdenfeindlicher Ideen und Autor homophober Beleidigungen, überzeugt davon, dass 'die Helden der Decima MAS [spezialisierte italienische Marineeinheit im Zweiten Weltkrieg] in Schulen gelehrt werden sollten' und dass Remigration 'eines der Menschenrechte' sei, hat beschlossen, sich selbstständig zu machen. ... In Europa ist er bereit, sich mit den Neonazis der AfD an einen Tisch zu setzen.“

Corriere della Sera (IT) /

Putins Fürsprecher

Corriere della Sera schaut auf das Verhältnis zu Russland:

„Moskau wird mit Vannacci einen effektiveren Propagandisten und Fürsprecher haben als Salvini. Moskau wird ihm seine volle Unterstützung gewähren. Man sollte nicht vergessen, dass die Spaltung durch den Regierungsbeschluss zur Militärhilfe für die Ukraine verursacht wurde, den die Lega nicht verhindern konnte. Der Austritt des Generals erscheint daher als eine Art umgekehrter Bruch: Während [Enrico] Berlinguer die Kommunistische Partei Italiens seinerzeit vom Kreml distanzierte, rückt Vannacci die Rechte nun näher an Putin heran.“