US-Prozess: Machen Social Media süchtig?

In den USA läuft ein Gerichtsprozess um die Frage, ob Soziale Medien ihre Auftritte absichtlich so gestalten, dass sie süchtig machen. Meta-Chef Mark Zuckerberg räumte in Los Angeles zwar zeitweilige Mängel bei der Alterskontrolle seiner Plattformen ein, wehrte sich aber gegen Einschränkungen wie ein Verbot von Schönheitsfiltern.

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La Repubblica (IT) /

Ein Fall als Pilotprojekt

La Repubblica analysiert:

„Im Prozess muss geklärt werden, ob Google und Meta ihre Plattformen absichtlich so gestaltet haben, dass sie junge Menschen zu einem irrationalen Gebrauch verleiten und so deren psychische Gesundheit schädigen. Letzte Woche erklärte die Psychiaterin Anna Lembke, dass soziale Medien für junge Menschen eine Art 'Einstiegsdroge' darstellen und auf süchtiges Verhalten programmieren. ... Dieser Fall gilt als Pilotprojekt, um zu verstehen, wie man die Tausenden von Beschwerden junger Menschen handhaben soll, die von sozialen Medien abhängig sind. Zuckerberg hat die Existenz 'gefährdeter Menschen' eingeräumt. 'Es gebe drei Möglichkeiten, mit gefährdeten Menschen umzugehen', mahnte ihn der Anwalt der Klägerin: 'Ihnen helfen, sie ignorieren oder sie ausbeuten und für die eigenen Zwecke missbrauchen.'“

Ilta-Sanomat (FI) /

Einfach klare Grenzen setzen

Eine Rückkehr in vergangene Zeiten ist nicht machbar, gibt Ilta-Sanomat zu bedenken:

„Die riesigen Technologieunternehmen haben durch ihre Algorithmen viel verdeckte Macht und auch Forschungsergebnisse belegen die zahlreichen negativen Auswirkungen einer übermäßigen Internetnutzung. Auch wenn das derzeitige Gerichtsverfahren zu keinem Ergebnis führen sollte, ist die Kraftprobe noch nicht vorbei. In den Vereinigten Staaten sind bereits Hunderte weiterer ähnlicher Gerichtsverfahren anhängig. Die heutige Jugend kann jedoch nicht dazu gebracht werden, wie frühere Generationen mit Tannenzapfen zu spielen. Die Nutzung des Internets ist eine unverzichtbare Kompetenz unserer Zeit. Es müssen nur klare Grenzen gesetzt und Kindern schon in jungen Jahren ein verantwortungsvoller Umgang damit beigebracht werden.“