Belarus lässt Journalisten Andrzej Poczobut frei
Der polnischsprachige Journalist Andrzej Poczobut ist nach fünf Jahren Haft in Belarus im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freigekommen. Der 53-Jährige, der für die Zeitung Gazeta Wyborcza berichtet hatte und zur polnischen Minderheit in Belarus gehört, war 2021 festgenommen und 2023 zu acht Jahren Straflager verurteilt worden. Polens Ministerpräsident Donald Tusk begrüßte ihn persönlich an der Grenze.
An Washington führt kein Weg vorbei
Für Interia beweist die Freilassung von Poczobut US-amerikanische Durchsetzungskraft:
„Man kann Donald Trump mögen oder auch nicht, aber die Freilassung von Andrzej Poczobut zeigt, wie wichtig die USA als Verbündeter für Polen sind, und dass es keine gute Idee ist, sich unter dem Vorwand angeblicher [kürzlich von Ministerpräsident Donald Tusk angeführter] 'Illoyalität' demonstrativ von ihnen abzuwenden. Niemand sonst im Westen hat die Macht, auf das Lukaschenko-Regime Einfluss zu nehmen, geschweige denn auf Russland.“
Tusk hat gute Beziehungen zu Trump
Polityka erklärt, dass auch unter dem liberalen Ministerpräsidenten Donald Tusk die Beziehungen Polens zum Weißen Haus nicht gelitten haben:
„Bislang wissen wir nur, dass Poczobut frei ist und sich in Polen befindet. Und dass die Trump-Regierung maßgeblich an seiner Freilassung beteiligt war, wie [Außen-]Minister Sikorski zugab. Der Erfolg hat also zwei Väter: die polnische und die amerikanische Diplomatie. Und davon werden sowohl die Trump-Regierung als auch die Regierung Tusk profitieren. Sikorski bezeichnete diesen Erfolg als Beispiel für eine hervorragende polnisch-amerikanische Allianz. Er deutete an, dass Trumps Weißes Haus mit der Regierung Tusk zusammenarbeitet, das heißt, sie genauso wie zuvor die PiS-Regierung als guten Partner betrachtet.“
Das weckt Hoffnung auf mehr
Rzeczpospolita sieht Raum für eine schrittweise Öffnung von Belarus gen Westen:
„Es ist auch nicht zu übersehen, dass die Freilassung von Poczobut eine zwar fragile, aber dennoch bestehende Hoffnung auf einen Politikwechsel in Minsk weckt. Man sollte zwar keine plötzlichen prodemokratischen Reformen erwarten, doch es hat sich nun bestätigt, dass Alexander Lukaschenka an einer Annäherung an den Westen, darunter auch an Polen, interessiert ist. Der belarusische Diktator ist brutal und rücksichtslos, er lässt Gefangene nicht aus humanitären Gründen frei. Aber er ist ein erfahrener Politiker und wird nicht übersehen, dass Wladimir Putin keine Perspektive für den seit Jahren andauernden Krieg mit der Ukraine hat.“