USA-Iran: Schluss mit Gesprächen?

Nach neuen Angriffen der USA auf Ziele in Iran hat US-Präsident Donald Trump das Rahmenabkommen und die Waffenruhe für beendet erklärt. "Für mich ist das vorbei", sagte er am Rande des Nato-Gipfelsin Ankara und beschimpfte die iranische Führung als "Abschaum". Die Presse fragt sich, ob Trump das ernst meint und der Krieg wieder aufflammt.

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Salzburger Nachrichten (AT) /

Trump verspielt gerade jegliches Vertrauen

Die Salzburger Nachrichten kritisieren das diplomatische Unvermögen des US-Präsidenten:

„Diplomatie lebt nicht allein von Gesprächen und Vereinbarungen auf Papier – sie braucht zumindest ein Mindestmaß an Vertrauen. Genau diese Grundlage verspielt Trump, indem er das iranische Regime als 'Abschaum' und 'Lügner' beschimpft. Man kann von den Machthabern in Teheran halten, was man will. Wer aber den Anspruch erhebt, den Konflikt diplomatisch beenden zu wollen, sollte seinen Verhandlungspartner nicht öffentlich beleidigen. Das ist das Einmaleins der Diplomatie.“

The Economist (GB) /

Teherans Spielraum wird enger

Trotz anderslautender Drohungen dürfte Irans Interesse groß sein, bald an den Verhandlungstisch zurückzukehren, glaubt The Economist:

„Zwei Faktoren könnten die iranischen Generäle zügeln. Der erste ist die militärische Realität. Die jüngsten US-Luftangriffe machen deutlich, dass weder der Krieg noch die Verhandlungen zu einem eindeutigen Ergebnis geführt haben. Gleichzeitig scheinen Irans Nachbarn am Persischen Golf unterdessen eher bereit zu sein, eine härtere Haltung der USA zu unterstützen. Sie drängen ihre Partner in Europa und China dazu, den Druck auf Teheran zu erhöhen. ... Die zweite Kraft ist wirtschaftlicher Natur. Sobald sich die Masse an Trauernden [um den getöteten Obersten Führer Chamenei] aufgelöst haben, wird der Iran weiterhin mit einer fragilen und isolierten Wirtschaft konfrontiert sein.“