Kriegsverbrecher Ratko Mladić in Haft gestorben

Der als "Schlächter von Srebrenica" berüchtigte bosnisch-serbische Ex-General Ratko Mladić ist am Donnerstag im Gefängnis der Vereinten Nationen in Den Haag im Alter von 83 Jahren gestorben. Er war 2017 vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien unter anderem wegen Völkermords und Kriegsverbrechen während des Bosnienkriegs (1992 - 1995) zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

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Salzburger Nachrichten (AT) /

Hier Schlächter, dort ein Held

Mladić wird heute äußerst zwiespältig wahrgenommen, betonen die Salzburger Nachrichten:

„Sein Tod dürfte seine zerrissene Heimat genauso wenig versöhnen wie seine Verhaftung und Verurteilung zuvor. An Mladić werden sich in Bosniens zerrissenem Vielvölkerstaat auch nach seinem Tod die Meinungen scheiden. Und während nationalistische Gazetten in Serbien erneut die Legendengesänge auf den vermeintlichen Volkshelden anstimmen, wird Ratko Mladić in die Geschichtsbücher als 'Schlächter von Srebrenica' und als einer der größten Massenmörder Europas seit dem Zweiten Weltkrieg eingehen.“

Corriere della Sera (IT) /

Fatales Vorbild

Leider gilt Mladić weiterhin vielen als Idol – auch so manchen Massenmördern, bedauert Corriere della Sera:

„Noch immer wird er verteidigt, wenn nicht Schlimmeres. Mladić hat nie aufgehört, andere Schlächter zu faszinieren, wie etwa den australischen Irren, der 2019 in Christchurch Dutzende Muslime ermordete. Auch Anders Breivik, der [norwegische] Rassist und Rechtsextremist, der das Massaker von Utøya verübte, sagte, er habe sich von ihm inspirieren lassen. In Kalinovik, Mladićs Heimatort, gibt es ein riesiges Bildnis des 'Helden' Ratko. In Belgrad wird seine Person mit Hunderten von Graffiti gefeiert, und selbst der Tennisspieler Novak Djoković brüstet sich damit, mit dessen Freunden zu verkehren.“