Portugal: Vernachlässigt der Staat die Schulen?
In Portugal hat die Schule wieder angefangen – allerdings läuft bei Weitem nicht alles nicht reibungslos. Vielerorts fehlen Räumlichkeiten, und Tausende Schüler haben immer noch keine Lehrer. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Spar- und Reformkurs der konservativen Regierung für das Bildungswesen? Schon bei den Abiturprüfungen im Juni und Juli hatte es große Probleme gegeben.
Bildung muss oberste Priorität haben
Correio da Manhã mahnt:
„Der Start ins Schuljahr war ein wahres Spektakel aus Fehlern, Pannen und Versäumnissen. Nach dem Chaos bei den Prüfungen fehlte nur noch die Instabilität im September, um uns daran zu erinnern, wie sehr wir in letzter Zeit Rückschritte gemacht haben. Die Portugiesen sollten wissen, dass der in der Pisa-Studie festgestellte allgemeine Wissensrückgang unserer Jugendlichen nicht aus dem Nichts entsteht. Die Schule ist ein grundlegendes Instrument für den Fortschritt des Landes. Sie bei den Prioritäten der Regierung zu übergehen, gefährdet die Zukunft von uns allen.“
Nur gemeinsam schaffen wir das
Diário de Notícias appelliert an die gesamte Gesellschaft, an der Reform mitzuwirken:
„Jedes Mal, wenn versucht wird, das Bildungswesen durch strukturierte, ernsthafte und vor allem notwendige Reformen zu verändern, scheint es, als würde die Welt untergehen. … Natürlich ist es beunruhigend, jahrzehntelange Gewohnheiten zu ändern. Natürlich ist es beunruhigend, Systeme, Modelle, Unterrichtsformen, Dynamiken, Strukturen und den Status quo zu verändern. Natürlich ist es beunruhigend zu sehen, wie sich die Welt, die wir kennen, in etwas verwandelt, das nur noch aus Unsicherheit besteht. Aber wenn die Lehrer, wenn die Eltern, wenn wir alle als Gemeinschaft dazu nicht bereit sind, wie sollen dann ein besseres System, eine bessere Bildung und eine bessere Zukunft entstehen?“