Erste ICE-Beamte ziehen aus Minneapolis ab
Nach den tödlichen Schüssen von ICE-Beamten in Minneapolis sollen einige Einsatzkräfte der Einwanderungsbehörde und des Grenzschutzes die Stadt verlassen. Das teilte der Bürgermeister nach einem Telefonat mit US-Präsident Trump mit. Trump widersprach auch Regierungsmitgliedern, die den zuletzt erschossenen Krankenpfleger Alex Pretti als Attentäter bezeichneten und nannte Prettis Tod einen "unglücklichen Vorfall". Wird sich die Lage nun beruhigen?
Gefahr eines Bürgerkriegs nicht gebannt
Trotz der versöhnlichen Töne Trumps bleiben die explosiven Spannungen im Land bestehen, meint Der Standard:
„Mittlerweile hat sich die Situation wieder halbwegs entspannt. ... Gerichtliche Entscheide und Widerstand in der Bevölkerung hatten ICE ausgebremst. Und auch in Minnesota setzt Trump nun erstmals auf versöhnliche Töne, zudem hat er den hoch umstrittenen führenden Grenzschützer Gregory Bovino aus Minnesota abberufen. ... Das Problem ist damit aber nicht gelöst, die Gefahr eines Bürgerkriegs nicht gebannt. Es heißt nämlich, Trump und ICE könnten als Nächstes Philadelphia ins Visier nehmen.“
Vorsicht vor Populisten
Der Journalist Emilian Isaila hofft auf Spotmedia, dass Menschen ihre Lehren aus dem Vorgang ziehen:
„Das Chaos, das Trump verursacht hat, sollte niemanden überraschen. Doch wäre es gut, aus diesen schmerzhaften Erfahrungen zu lernen. ... Die Leute sollten lernen, nicht mehr in die Falle von Populisten aller politischer Couleur zu tappen. Sie sollten verstehen, dass die Persönlichkeit und der Charakter von politischen Anführern die Welt um uns herum schneller, härter und tiefgreifender verändern können, als es Verhaltensregeln, Traditionen und Gesetze einer demokratischen Gesellschaft können.“
Rassismus wie beim Ku-Klux-Klan
Avvenire fühlt sich an finstere Zeiten erinnert:
„Im Hintergrund wird eine klare Strategie verfolgt, die der aller populistischen Bewegungen in der westlichen Welt gleicht: Man verweist auf die Notlage der sozial Benachteiligten, die durch bestimmte Aspekte der Einwanderung entsteht, und instrumentalisiert sie für Wahlkampfzwecke. Es geht nicht darum, Lösungen zu finden, sondern Ängste zu schüren und auszunutzen. ... Es ist eine grausame und klassenbezogene Strategie, die die Spaltung der Schwächsten ausnutzt und darauf abzielt, alle Einwanderer als Kriminelle darzustellen: Menschen, die ständig überwacht, verächtlich unterdrückt und geschlagen werden sollen. Die Videos der letzten Tage sprechen für sich. Sie zeigen einen Rassismus, der dem Ku-Klux-Klan alle Ehre macht.“