Was tun gegen die Hitzegefahr?

Über Teilen Europas hängt erneut eine Hitzewelle. In Frankreich rief der Wetterdienst in 49 Departements die Alarmstufe rot aus, zahlreiche Schulen bleiben geschlossen. In Spanien klettert das Thermometer in den kommenden Tagen mancherorts auf mehr als 40 Grad. Auch nachts kühlt es kaum ab. Unter der Hitze ächzen auch Deutschland und die Schweiz. Kommentatoren beleuchten, was zu tun ist, um dem neuen Klima-Normal zu begegnen.

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L'Opinion (FR) /

Anpassung statt Ruhemodus

Frankreichs Umgang mit der Hitze ist keine langfristige Lösung, mahnt L'Opinion:

„Frankreich reagiert, indem es sich freiwillig in eine Art Lockdown versetzt: Schulen werden geschlossen, mündliche Abiturprüfungen verschoben und Feierlichkeiten abgesagt. Kurz gesagt: Das Land zieht die Notbremse. ... Tatsächlich haben wir jedoch zwei Möglichkeiten. Die erste besteht darin, zu jammern, alles zu verschieben und das Land in den Ruhemodus zu versetzen, sobald das Thermometer über 35 Grad steigt. Die zweite verlangt anzuerkennen, dass diese Hitzewellen immer häufiger und intensiver wiederkommen werden und dass ein modernes Land nicht mehrere Wochen im Jahr stillstehen kann. Anpassung bedeutet nicht, den Kampf gegen den Klimawandel aufzugeben, sie ist dessen logische Konsequenz.“

Népszava (HU) /

Seen brauchen unsere Hilfe

Das Austrocknen von Ungarns Seen sollte als Alarmsignal gewertet werden, fordert Népszava:

„In der Klimakrise gelten unsere flachen Seen als schwächstes Glied in der Kette ..., doch sie sind ein Zeichen für die Probleme des gesamten Ökosystems. Das Austrocknen dieser empfindlichen Gewässer ist ein Hilferuf der Natur – auch wenn wir davon oft nur so viel bemerken, dass die Strände am Seeufer geschlossen sind. ... Man bräuchte eine gute Rettungsidee, aber nicht nur für die Seen: Ganze Ökosysteme warten auf sofortige Hilfe. Wiederauffüllung klingt gut, reicht aber nicht aus: Wir brauchen Wasserspeicherung, die Wiederbelebung und Vernetzung von Gewässersystemen und – vor allem – die Erkenntnis, dass nicht nur unsere Seen in Schwierigkeiten stecken.“

Helsingin Sanomat (FI) /

Finnland wird zum Paradies

Der Klimawandel macht das Leben im Norden attraktiver, glaubt Helsingin Sanomat:

„In vielen Teilen Europas wird das Wasser langsam knapp. Dürre und Hitze vernichten die Ernten. Die Hitze fordert zudem Todesopfer. … In einer solchen Welt entwickelt sich Finnland im Hinblick auf das Wetter zu einem Paradies. Es wurde bereits vom Wachstum des 'Coolcation-Tourismus' gesprochen, doch dieses Phänomen könnte sich auch bei der Wahl des ständigen Wohnsitzes bemerkbar machen. Im Urlaub kann man vor der Hitze noch ans Wasser flüchten, aber im normalen Alltag muss man sich draußen aufhalten und ausreichend schlafen können. Auch wenn der dunkle und lange Winter im Norden Durchhaltevermögen erfordert, könnte er bald wie ein Kinderspiel erscheinen im Vergleich zu monatelanger, gnadenloser Hitze.“