Abschaltung von AKW wegen Dürre und Hitze
Die Atomstromproduktion ist in mehreren europäischen Ländern wegen niedriger Pegelstände von Flüssen und deshalb fehlenden Kühlwassers gedrosselt oder eingestellt worden. In Rumänien sind zwei Reaktoren des einzigen im Land existierenden Kernkraftwerks Cernavoda außer Betrieb. Rumänien muss sich jetzt Strom aus anderen Ländern besorgen. Auch in Ungarn werden die vier Reaktoren des Kraftwerks Paks schrittweise heruntergefahren.
Vernachlässigung der kritischen Infrastruktur
Nicht nur Trockenheit ist Ursache der rumänischen Energiekrise, schreibt Energieexperte Cosmin Gabriel Păcuraru auf dem Blogportal Contributors:
„Die Energiekrise, die Rumänien derzeit erlebt, ist weder ein Zufall noch ausschließlich das Ergebnis der Trockenheit oder der extremen Temperaturen. Diese Phänomene bringen lediglich die Schwachstellen ans Tageslicht, die sich über Jahre hinweg angesammelt haben: verzögerte Investitionen, gekippte Projekte, langwierige Wartungsarbeiten, fehlende neue Produktionskapazitäten und ein Firmenmanagement, das oft nicht in der Lage war, jene Leistungen zu erbringen, die von ihm erwartet wurde. … In einem Bereich, der die nationale Sicherheit betrifft, ist das inakzeptabel. Energie ist nicht nur ein Produkt, sondern auch kritische Infrastruktur.“
Kraftwerk Paks stößt an seine Grenzen
Man sollte die angestrebte Erweiterung des ungarischen Kernkraftwerks Paks überdenken, meint Népszava:
„Sollte Paks 2 einmal gebaut werden, würde die aktuelle Kapazität um weitere 2.400 Megawatt erhöht, was selbst bei Laien die Frage aufwirft: Wenn der Wasserdurchfluss der Donau in letzter Zeit nicht einmal mehr einen Reaktor mit einer Leistung von 2.000 Megawatt sicher kühlen kann, was wird dann passieren, wenn die Kühlung einer Reaktorkapazität von insgesamt 4.400 Megawatt bewältigt werden muss?“