Wie gut sind Salvinis Beziehungen zu Moskau?

Ein enger Vertrauter von Italiens Vizepremier und Lega-Chef Salvini soll sich in Moskau mit noch nicht identifizierten Russen getroffen haben, um einen Deal zur illegalen Finanzierung der Partei auszuhandeln. Das geht aus Audioaufnahmen hervor, die dem Onlineportal Buzzfeed News zugespielt wurden. Offenbar geht es um mehr als 60 Millionen Dollar. Italiens Medien wirken nicht überrascht.

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La Repubblica (IT) /

Ehrenmann ist über alle Zweifel erhaben

La Repubblica glaubt den Unschuldbeteuerungen Salvinis nicht und verhöhnt ihn:

„Matteo Salvini schwört, er habe noch nie 'einen Rubel, einen Euro, einen Dollar oder einen Liter Wodka aus Russland angenommen'. Und Salvini ist ein Ehrenmann. Wir haben also keinen Grund, an seinem Wort zu zweifeln. ... Die Amerikaner werden da etwas durcheinander gebracht haben. Es muss eine Verwechslung der Tonbänder gegeben haben. Oder vielleicht wird man eines Tages entdecken, dass es sich um ein von Soros, Kapitänin Carola und [dem Satiriker] Maurizio Crozza organisiertes Komplott gehandelt hat, dass die sich diese Geschichte der italienischen Partei ausgedacht haben, die sich an den Zaren des neuen Russland verkauft, um die EU zu zerschlagen und Moskau zum politischen Zentrum des Kontinents zu machen.“

Huffington Post Italia (IT) /

Lega-Chef könnte erpressbar sein

Huffington Post Italia zeigt die Parallelen zum österreichischen Ibiza-Skandal auf:

„Zwei Geschichten, die einen gemeinsamen Nenner haben, nämlich schmutzige Geschäfte zwischen souveränistischen Parteien und der großen Mutter Russland. Und die auf die gleiche Weise enden: Mit der Veröffentlichung von Audios und Videos, die heimlich aufgezeichnet wurden, wir wissen nicht, wie und von wem. ... Kann es sein, dass Salvini beschlossen hat, weiter mit den Cinque Stelle zu regieren, statt mit ihnen zu brechen und Neuwahlen zu fordern, weil er von jemandem erpresst wird? ... Auf der Suche nach einer definitiven Antwort muss man sich in der Zwischenzeit mit einem Aspekt begnügen: Sicherlich wird Salvini jetzt, nach der Veröffentlichung dieser Geschichte, politisch in Schach gehalten werden.“