Iran-Krieg: Neuer Verhandlungsvorschlag aus Teheran
Teheran hat eigenen Angaben zufolge Washington einen neuen Vorschlag zur Beendigung des Krieges unterbreitet. US-Präsident Donald Trump nahm daraufhin die akute Drohung eines erneuten Großangriffs zurück und hofft auf "ernsthafte Verhandlungen". Während über die Inhalte noch wenig bekannt ist, spekuliert Europas Presse über Auswege aus der Krise.
Diplomatie oder Bombardements?
Rzeczpospolita versetzt sich in die Lage des US-Präsidenten:
„Trump steht nun vor zwei Optionen. Die erste ist die Fortsetzung der Verhandlungen mit dem Iran, der sich seiner Position bewusst ist und daher harte Bedingungen stellen kann. Die zweite Option ist eine neue Militäroperation, auf die sowohl Israel als auch die USA besser vorbereitet sind als auf die beiden vorigen, einschließlich des 12-tägigen Bombardements im Juni 2025. Frage bleibt jedoch, ob man den Iran mit weiteren Bombardements in die Knie zwingen könnte.“
Erste konstruktive Zugeständnisse
Politologe Arkadi Dubnow sieht eine Bewegung in den festgefahrenen Verhandlungen zwischen Iran und USA und schreibt auf Facebook:
„Das Weiße Haus soll der Forderung des Iran zugestimmt haben, die Sanktionen gegen iranisches Öl aufzuheben. ... Wenn Trumps Team diesen Vorschlag, der aussieht, als wäre er von Teheran gezielt eingeworfen worden, nicht kategorisch ausschließt, lässt sich behaupten, dass die Amerikaner den ersten Schritt unternommen haben, um den Iranern im Verlauf der Verhandlungen 'das Gesicht zu wahren' – in der Hoffnung, von ihnen entsprechende Zugeständnisse zu erwirken. Eine solche Entwicklung führt weg von keine Alternative zulassenden militärischen Szenarien.“
Widerstandskraft bewiesen
Der Iran hat seine Verhandlungsposition gestärkt, stellt La Stampa fest:
„Der Iran ist nicht zusammengebrochen. 80 Tage nach Kriegsbeginn ist dies die wichtigste politisch relevante Feststellung. Er ist nach der Enthauptung eines Teils der Militärführung nicht implodiert. Er ist nach dem Attentat auf den Obersten Führer nicht zerbrochen. ... Die USA haben sich verkalkuliert und nicht nur das iranische Waffenarsenal, sondern vor allem auch die Widerstandsfähigkeit des Systems unterschätzt. ... Der Iran hat bewiesen, dass er [die Blockade der Straße von] Hormus nicht nur als äußerste Bedrohung, sondern auch als permanenten strategischen Hebel nutzen kann.“