Iran-Krieg: Rückt ein Abkommen real näher?
Die USA und Iran verhandeln in Katar über eine Übereinkunft zur Lösung des vielschichtigen Konflikts. Washington sendet dabei widersprüchliche Signale: US-Präsident Donald Trump sagte am Samstag, der Deal sei "weitgehend ausgehandelt", tags darauf warnte er jedoch vor einer "übereilten Vereinbarung". Auch gab es in den letzten Tagen trotz Waffenruhe in der Straße von Hormus gegenseitige Angriffe auf Schiffe und Stellungen an Land.
USA verbreiten Unruhe statt Stabilität auszustrahlen
Die unklaren Aussagen um den Stand der Friedensverhandlungen schaden nur, so Irish Independent:
„Abgesehen von der Trump-Regierung und der israelischen Regierung betrachtet der Rest der Welt – der unter den finanziellen Folgen leidet – den Konflikt als sinnlos. Bislang sind 13 Länder in unterschiedlichem Maße in den Konflikt hineingezogen worden. Mehr als 6.000 Menschen wurden getötet, und der Konflikt hat die größte Störung der globalen Energieversorgung in der Geschichte verursacht. Als Supermacht wird von den USA erwartet, dass sie ihre Ziele konsequent und entschlossen verfolgt. ... In einem Meer internationaler Unsicherheit ständig für Unruhe zu sorgen, dient langfristig weder den amerikanischen noch den europäischen Interessen.“
Steckt hinter dem Chaos Strategie – oder Israel?
Auch Naftemporiki bemängelt fehlende Stringenz in der US-Außenpolitik:
„Unbeantwortet bleibt weiterhin die Frage, ob Trumps 'Strategie' und seine chaotische Diplomatie eine bewusste Druckmaßnahme darstellen oder ob es sich um einen weiteren Fall handelt, in dem die amerikanische Politik im Nahen Osten stärker von den Interessen Israels und seiner Lobby in den USA beeinflusst wird als von einer kohärenten diplomatischen Planung. In jedem Fall entsteht international das Bild einer Supermacht, die widersprüchliche Signale aussendet und damit die Unsicherheit in einer ohnehin explosiven Region weiter verstärkt.“
Atomare Bewaffnung ist nicht zu verhindern
Jutarnji list rät, sich mit dem Iran als potentieller Nuklearmacht zu arrangieren:
„Die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm lassen Platz für die Schlussfolgerung, dass – wie im Falle Nordkoreas – die USA und andere Mächte den Weg Teherans zu Atomwaffen nicht stoppen können. ... Die Islamische Republik hat überlebt und glaubt, wie Kim, dass sie keine Alternative zur Schaffung solcher Waffen hat, die der einzige Schutz vor zukünftigen amerikanisch-israelischen Angriffen sind und das Überleben des Regimes garantieren. ... Statt sich auf das Lösen eines unlösbaren Problems zu fokussieren, wäre es besser, die Energie in den Umgang mit einem atomaren Iran zu stecken und Modelle für ein regionales Zusammenleben zu finden. Das ist die absehbare Realität und darauf sollte man sich vorbereiten.“